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Bonner Uni-Team : Geldregen für Roboter

Der Robo-Cup ist bekannt. Aber bei anderen Wettbewerben lässt sich mehr Geld mit nach Hause nehmen. Bild: dpa

Ein Robotik-Team von der Uni Bonn bekommt Preise am laufenden Band. Was können ihre Roboter, das andere nicht schaffen?

          An der Universität Bonn haben sie mit ersten Plätzen in Roboter-Wettbewerben Erfahrung. Sven Behnke, Professor am Institut für Informatik und Fachmann für „Autonome Intelligente Systeme“, beschreibt die Erfolge seines Teams der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität im Superlativ: „Wir sind das weltweit erfolgreichste Robo-Cup-Team.“ Gemeint sind junge Informatiker, die unter dem Teamnamen „Nimbro“ an internationalen Wettkämpfen teilnehmen und beim Klassiker, dem sogenannten Robo-Cup, mehr als einmal geglänzt haben. 14 Wettbewerbe hätten die Bonner bei der als Fußball-WM für Roboter bekannt gewordenen Veranstaltung gewonnen, sagt Behnke, elf mit menschenähnlichen Humanoiden, einige mit Haushaltsrobotern. Der Wettbewerb, der jährlich woanders stattfindet und vergangenes Jahr in Leipzig Station machte, ist zwar renommiert, aber ein Tummelplatz für Idealisten. Es sind Teilnehmergebühren fällig, und Preisgeld gibt es nicht.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist bei der sogenannten „Mohamed Bin Zayed International Robotics Challenge“ in Abu Dhabi anders. Bei diesem Wettkampf für Robotik-Experten im Namen des Kronprinzen haben die Bonner gerade nicht nur weitere Spitzenplazierungen eingeheimst, sondern auch viel Geld.

          Rund fünf Millionen Dollar haben die Veranstalter in den Wettbewerb gesteckt, allein das Preisgeld betrug 2,05 Millionen Dollar. Davon hat das Team „Nimbro“ einiges mit nach Hause gebracht. 350.000 Dollar gab es für den Gewinn eines der vier Einzelwettbewerbe, eine ganze Million für den Triumph beim großen Finale.

          Schraubenschlüssel greifen und drehen

          Der sogenannte mobile Manipulationsroboter der Rheinländer, der auf den ersten Blick wie ein fahrbarer Wohnzimmertisch aussieht, hatte gut zu tun: Er musste in einer 60 mal 60 Meter großen Arena ein Armaturenbrett finden und dort unter sechs in zufälliger Reihenfolge hängenden Schraubenschlüsseln den richtigen herausgreifen, um damit eine quadratische Ventilachse zu drehen. Er brauchte dafür nur eine Minute und 24 Sekunden, was den Sieg unter 25 Finalisten aus Ländern wie China, Japan, Italien, den Vereinigten Staaten und weiteren einbrachte. 143 Teams hatten sich zuvor beworben.

          Mit einem fliegenden Roboter kamen die Bonner zudem auf zwei dritte Plätze: Sie landeten damit präzise auf einem Fahrzeug in Bewegung und warfen außerdem metallische Objekte, die sie vorher finden und greifen mussten, in einen Behälter. Im Finale, als alle Disziplinen gleichzeitig ausgetragen wurden, war Bonn dann wieder die Nummer eins.

          Bei der sogenannten „Darpa Robotics Challenge“, einem Wettbewerb unter Beteiligung des amerikanischen Verteidigungsministeriums, waren sogar mal 3,5 Millionen Dollar ausgelobt worden, aber damals gingen die Bonner noch leer aus. 15 Teilnehmer hatte Sven Behnke am Start, überwiegend Masterstudenten, aber auch wissenschaftliche Mitarbeiter und Postdocs – eine internationale Klientel, da an seinem Institut auf Englisch gelehrt wird.

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