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Bildungsrendite Warten auf das große Geld

Ein Studium rechnet sich, sagt die Statistik. Aber wann? Wie viel? Und klappt das immer? Eine Garantie auf die Bildungsrendite gibt es nicht. Drei Beispiele aus der Welt der Großverdiener in spe.

© Cyprian Koscielniak / F.A.Z. Vergrößern

Für Statistiker ist die Sache klar: Bildung lohnt sich. Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat ausgerechnet, dass Hochschulabsolventen in Deutschland bis zum Ruhestand im Durchschnitt 175.000 Dollar mehr verdienen als andere Berufstätige. Nach Steuern, Abgaben und den Opportunitätskosten, dem während der Studienjahre entgangenen Geld, bleiben 48.000 Dollar. „Jedes zusätzliche Ausbildungsjahr bringt 5 bis 6 Prozent mehr Gehalt“, überschlägt Friedhelm Pfeiffer vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Bildungsrendite heißt das Zauberwort. Das klingt nach einer guten Geldanlage.

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Für Stephan David ist die Rechnung nicht so einfach. „Meine Rendite fällt mager aus“, sagt der 32 Jahre alte Jurist. „Ich verdiene heute ungefähr so viel wie ein Feuerwehrmann.“ Dabei gilt sein Fach zusammen mit Medizin, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften als ökonomisch besonders sinnvoll. Umso deutlicher stellt sich für David und die beiden anderen Absolventen in diesem Text - alle drei wollen ihre wirklichen Namen nicht in der Zeitung lesen - eine Frage: Hat sich ihre eigene Investition in Bildung gelohnt?

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Jurist und Rechtspfleger

Sein Studium an der Uni Würzburg hat Stephan David ernst genommen. Weil es ihm auf breit gefächertes Wissen ankam, sattelte er auf das mit einer guten Durchschnittsnote bestandene Staatsexamen ein Magisterprogramm drauf. Knapp sieben Jahre war er eingeschrieben, die beiden Auslandssemester in den Niederlanden eingerechnet. Danach folgten zwei Jahre Referendariat mit knapp 1000 Euro brutto im Monat und das zweite Examen. Seit Februar 2007 ist er Syndikus in einem Großhandelsunternehmen. Sein Einstiegsgehalt lag bei 3000 Euro, Anfang 2009 handelte er ein Plus von 10 Prozent aus.

Infografik / Der Wert des Studiums / Kosten und Ertrag Verdienstvorteil © F.A.Z. Vergrößern

„Wahrscheinlich hätte ich mehr rausholen können“, sagt er heute. Seine Abteilungsleiterin war gerade wegbefördert worden, ihre Stelle blieb vakant, weitere Abgänge galt es zu vermeiden - und trotz Krise ging es der Firma blendend. „Jetzt trage ich mehr Verantwortung“, berichtet er. „Oft bin ich bis um 21 Uhr im Büro.“ Seine Arbeit wird respektiert, die Herausforderung spornt ihn an. Verdient hat er in knapp sechs Berufsjahren bisher aber nur 142.000 Euro. Zum Vergleich: Einsteiger in Großkanzleien peilen Jahresgehälter von 100.000 Euro an. „Juristen leben eben in einer Drei-Klassen-Gesellschaft“, sagt David. „Unten die Anwälte in Kleinkanzleien, in der Mitte Leute wie ich, oben die Absolventen mit Prädikatsexamen, die in namhaften Kanzleien Karriere machen.“ Noch eine Lehre hat er gezogen: „Außertarifliche Bezahlung ist kein eindeutiger Hinweis mehr auf ein höheres Gehalt.“

Vorhersehbarer bezahlt und schneller im Beruf als Volljuristen wie Stephan David sind Rechtspfleger. Schon während ihres dreijährigen Fachhochschulstudiums bekommen die künftigen Beamten Geld, ihre erste Stelle am Gericht treten sie dann in Besoldungsgruppe A9 an. Als David noch in Würzburg im Hörsaal saß, waren das in Bayern 3510 Mark im Monat plus Weihnachtsgeld. Fünf Jahre später ist nach Auskunft des Bundes Deutscher Rechtspfleger der Aufstieg nach A10 realistisch. Für einen bayerischen Rechtspfleger, der heute 32 Jahre alt und verheiratet ist, liegt der Monatsverdienst bei 2750 Euro, das Gesamteinkommen seit dem Abi bei gut 280.000 Euro.

Die Vergütungsberatung Personalmarkt hat errechnet, dass Volljuristen den während des Studiums angehäuften Einkommensvorsprung von Rechtspflegern im Durchschnitt mit 34 Jahren einholen. Das wird Stephan David in den nächsten beiden Jahren nicht schaffen - ganz egal, wie gut er sich im nächsten Gehaltsgespräch schlägt.

Ingenieurin und Mechatroniker

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