http://www.faz.net/-gyl-8uvn3

Bildungsmesse Didacta : Wo bitte geht’s zur digitalen Schule?

  • Aktualisiert am

Bildungsmesse Didacta: So wichtig wie das ABC soll auch das WWW sein. Bild: dpa

Schlusslicht Deutschland: Experten diskutieren auf der Didacta über moderne Schulen. Statt schnell aufzuholen, plädieren sie aber für eine andere Strategie.

          Bei der Digitalisierung der Schulen in Deutschland darf aus Sicht der Kultusministerkonferenz (KMK) nichts überstürzt werden. „Die Technik muss der Pädagogik folgen und nicht umgekehrt“, betonte KMK-Chefin Susanne Eisenmann am Dienstag zur Eröffnung der fünftägigen Bildungsmesse Didacta in Stuttgart. Wichtig sei es, die Digitalisierung in den Schulen sinnvoll zu nutzen. Die beste technische Ausstattung bringe nichts, wenn an einer Schule kein pädagogisches Konzept zum sinnvollen Einsatz vorhanden sei.

          Didacta-Präsident Wassilios Fthenakis bezeichnete den „Digital Turn“ als die größte Herausforderung, der das Bildungssystem jemals gegenübergestanden hat. „Allein die Einführung neuer Technologien wird aber die Bildungsqualität nicht automatisch verbessern“, mahnte Fthenakis. Zunächst müssten die Pädagogen in die Lage versetzt werden, „Kindern und Jugendlichen die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben in der digitalen Gesellschaft und Arbeitswelt benötigen“, stimmte er Eisenmann zu.

          Andere Länder, mahnte Fthenakis, seien Deutschland deutlich voraus. Für Schüler heute sei das „www“ so wichtig wie das „ABC“. Fthenakis lobte die Ankündigung des Bundes, flächendeckend in die moderne IT-Infrastuktur zu investieren, damit alle 40.000 Schulen in Deutschland den Weg in die digitale Welt finden. „Die bereits vorhandene digitale Kluft muss überwunden werden.“

          An einem Strang ziehen

          Es komme aber darauf an, dass Bund, Länder und Kommunen an einem Strang zögen. Der Bund plant Milliardeninvestitionen unter anderem in die Breitbandanbindung, in W-LAN-Zugänge und Endgeräte, die möglichst bald nach der Bundestagswahl fließen sollen.

          Bis zum 18. Februar werden in Stuttgart rund 90.000 Besucher zur Didacta erwartet. 840 Aussteller aus 42 Ländern geben Lehrern, Erziehern und Ausbildern einen Einblick in die Trends der Branche. Auf dem Programm stehen gut 1000 Workshops, Vorträge und Seminare.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Schulz verspricht Bildungsoffensive Video-Seite öffnen

          Mehr Geld für Schulen : Schulz verspricht Bildungsoffensive

          SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat sich im Wahlkampf für mehr Investitionen in die Bildung stark gemacht. Seine Partei wolle Deutschland zum Bildungs- und Qualifizierungsland Numero Eins in Europa machen. Die Schulen stünden dabei im Zentrum, so Martin Schulz.

          Ich kandidiere!

          Bundestagswahl : Ich kandidiere!

          Susanne Wiest hat eine kühne Idee: 1500 Euro im Monat vom Staat für jeden, ohne jede Bedingung. Dafür zieht sie mit einer neuen Partei in den Wahlkampf.

          Topmeldungen

          UN-Vollversammlung : „Niemand wird Amerika wieder vertrauen“

          Mit seiner Rede vor der UN hat Donald Trump für Entsetzen gesorgt – und viel Applaus seiner Basis eingeheimst. Einer der vom amerikanischen Präsidenten Kritisierten wird heute die Antwort auf die Vorhaltungen liefern.

          Erdbeben in Mexiko : Zahl der Toten steigt auf mehr als 200

          In der Hauptstadt stürzten mehrere Hochhäuser ein, in einer Schule wurden Kinder unter den Trümmern begraben. Millionen Menschen sind ohne Strom. In der Nacht zu Mittwoch gab es zahlreiche Nachbeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.