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Sonntag, 12. Februar 2012
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Bildungsmesse „didacta“ Schavan für Bund-Länder-Bund

17.03.2010 ·  Bundesbildungsministerin Schavan hat auf der Bildungsmesse „didacta“ in Köln für eine Abschaffung des grundgesetzlichen Verbots der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen plädiert. Bildung gehe alle an, sagte die Ministerin.

Von Heike Schmoll
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Für eine Abschaffung des grundgesetzlichen Verbots der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen hat Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) bei der Eröffnung der Bildungsmesse „didacta“ in Köln plädiert. Bildung gehe alle an, deshalb erwarte die Gesellschaft, dass nicht länger über Zuständigkeiten gestritten werde, sondern neue Formen der Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen gesucht würden. Der Bildungsföderalismus habe dort seine Berechtigung, wo er zum Wettbewerb um neue Ideen und gute Lösungen einlade. Wo er aber Zukunftslösungen behindere, müssten die Kooperationsmöglichkeiten im Grundgesetz erweitert werden.

Bisher gestatte das Grundgesetz Bund und Ländern die Zusammenarbeit im Bildungsbereich nur, wenn es um die Feststellung seiner Leistung gehe, bei Studien oder Analysen. „Was spricht dagegen, dass Bund und Länder sich darauf verständigen, dass sie die Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystem nicht nur gemeinsam ,feststellen‘, sondern auch gemeinsam ,sicherstellen‘ wollen?“, fragte Frau Schavan. Niemandem werde etwas weggenommen, wenn Bund und Länder gemeinsam gewährleisteten, dass alle Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Bildung erhielten.

Bildungsbündnisse an Grundschulen

Zur Stärkung der Bildungsbündnisse an Grundschulen für benachteiligte Kinder will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in dieser Legislaturperiode insgesamt eine Milliarde Euro ausgeben. Jede der 16.400 Grundschulen in Deutschland brauche ein starkes Bildungsbündnis, in dem Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und außerschulische Partner zusammenarbeiteten. Jede Brennpunktschule solle über ein Bildungsbudget von 20.000 bis 40.000 Euro verfügen, um damit für mehr „Bildungsgerechtigkeit“ zu sorgen. Investiert werden soll das Geld in schulergänzenden Förderunterricht, Ferienkurse zur individuellen Förderung, kulturelle Projekte wie Theater-, Musical- oder Choraufführungen. Bibliotheks- und Zeitungspatenschaften öffneten Zugänge zum Lesen, die für einen späteren Bildungserfolg unersetzlich seien.

Die Bundesbildungsministerin erhofft sich damit Lösungen für sogenannte Risikoschüler, die weder ihre Schullaufbahn erfolgreich beendeten noch einen Weg in den Arbeitsmarkt fänden. Sie hält es für besorgniserregend, dass viele von ihnen die Chancenlosigkeit verinnerlicht hätten und sich nichts mehr zutrauten. Nur 20 Prozent der acht- bis elfjährigen Kinder aus der Unterschicht wollen Abitur machen, in der Mittelschicht sind es 68 Prozent. Nur 28 Prozent der acht- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen aus der Unterschicht halten sich für gute Schüler, in den oberen Schichten sind es 74 Prozent.

Gelingen könnten die Bündnisse nur, wenn die Eltern stärker eingebunden würden. Frau Schavan erhofft sich dadurch langfristige Wirkungen auf die Entkopplung von sozialer Herkunft und schulischem Bildungserfolg. Bildung müsse von den Kindern und ihren Eltern als etwas Erstrebenswertes und überaus Nützliches angesehen werden.

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