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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bachelorstudium Hochschulwechsel schwer gemacht

 ·  Die ersten Semester in Marburg, Abschluss in München: Das beweist Eigeninitiative. Im Bachelorstudium ist ein solcher Wechsel jedoch ein Kraftakt - und eine Ausnahme.

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Nikolaus Neininger

Bologna-Irrsinn

Studiensysteme gab es früher noch viel mehr - de facto konnte jede Fakultät individuell bestimmen, wie sie ihre Prüfungen durchzuführen gedachte.
Daß wesentliche Ziele des "Bologna-Prozesses" grausig verfehlt worden sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen - gerade die Mobilitätssteigerung war eines der zentralen.
Man kann sich allerdings fragen, welche Basis die Utopie dahinter wohl gehabt haben mag: Ein Wechsel ohne Aufwand läßt sich - grob vereinfacht - nur auf zwei Arten erreichen: entweder die Studiengänge sind überall gleich (aber wozu dann überhaupt wechseln, außer aus privaten Gründen?) oder Jeder akzeptiert jeden Punkt einer fremden Hochschule.
Und darauf zu hoffen, eine europäische Einigung würde die inländischen Probleme automatisch mit lösen, erscheint ähnlich sinnvoll wie der Versuch, die Einigung Europas durch die Einführung des Euro zu erzwingen.

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Lutz von Peter

@Heiligmann

Stimme Ihnen zu.
Was aber noch ärger ist, das sind die 16 Studien- und 17 Schulsysteme in Deutschland. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, wie ein intelligenter Mensch der Auffassung sein kann, 16 Bildungssysteme seine besser und effizienter als diese ganze Masse in ein system zusammenzufassen.
Der Föderalismus in Deutschland ist ein historischer Unfall, da Bismarck 1870 nicht mehr erreichen konnte im deutschen Reich. Inzwischen wurde er als wünschenswertes Ziel (da für Einzelinteressen sooo lukrativ) entdeckt und behindert Deutschland massivst in allen denkbaren Bereichen.

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Christian Heiligmann

Da hat die Wirtschaftslobby alles richtig gemacht

Jetzt studieren die Leute 6-8 Semester, haben dann aber nur einen Bachelor, haben dafür mehr bezahlt als früher, haben weniger Freiräume neben dem Studium gehabt, können immer noch nicht problemlos die Uni wechseln, geschweige denn ins europäische Ausland (Stichwort Credit Points) und müssen -um auf dem Arbeitsmarkt ernst genommen zu werden- nochmal 2-4 Semester in einen Master investieren, oder eben akzeptieren, dass für Bachelors direkt hinter der Eintrittstür die Karriere (ohne weitere Fortbildung) sehr schenll zuende ist.

Ein Glück, dass wir hier mal wieder was total europäisches adaptiert haben.

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