18.01.2012 · Die ersten Semester in Marburg, Abschluss in München: Das beweist Eigeninitiative. Im Bachelorstudium ist ein solcher Wechsel jedoch ein Kraftakt - und eine Ausnahme.
Von Julia WittenhagenRichtlinien für Lesermeinungen
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Studiensysteme gab es früher noch viel mehr - de facto konnte jede
Fakultät individuell bestimmen, wie sie ihre Prüfungen
durchzuführen gedachte.
Daß wesentliche Ziele des "Bologna-Prozesses" grausig
verfehlt worden sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen - gerade die
Mobilitätssteigerung war eines der zentralen.
Man kann sich allerdings fragen, welche Basis die Utopie dahinter wohl
gehabt haben mag: Ein Wechsel ohne Aufwand läßt sich - grob
vereinfacht - nur auf zwei Arten erreichen: entweder die
Studiengänge sind überall gleich (aber wozu dann
überhaupt wechseln, außer aus privaten Gründen?) oder
Jeder akzeptiert jeden Punkt einer fremden Hochschule.
Und darauf zu hoffen, eine europäische Einigung würde die
inländischen Probleme automatisch mit lösen, erscheint
ähnlich sinnvoll wie der Versuch, die Einigung Europas durch die
Einführung des Euro zu erzwingen.
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Stimme Ihnen zu.
Was aber noch ärger ist, das sind die 16 Studien- und 17
Schulsysteme in Deutschland. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, wie
ein intelligenter Mensch der Auffassung sein kann, 16 Bildungssysteme
seine besser und effizienter als diese ganze Masse in ein system zusammenzufassen.
Der Föderalismus in Deutschland ist ein historischer Unfall, da
Bismarck 1870 nicht mehr erreichen konnte im deutschen Reich. Inzwischen
wurde er als wünschenswertes Ziel (da für Einzelinteressen
sooo lukrativ) entdeckt und behindert Deutschland massivst in allen
denkbaren Bereichen.
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Da hat die Wirtschaftslobby alles richtig gemacht
Jetzt studieren die Leute 6-8 Semester, haben dann aber nur einen
Bachelor, haben dafür mehr bezahlt als früher, haben weniger
Freiräume neben dem Studium gehabt, können immer noch nicht
problemlos die Uni wechseln, geschweige denn ins europäische
Ausland (Stichwort Credit Points) und müssen -um auf dem
Arbeitsmarkt ernst genommen zu werden- nochmal 2-4 Semester in einen
Master investieren, oder eben akzeptieren, dass für Bachelors
direkt hinter der Eintrittstür die Karriere (ohne weitere
Fortbildung) sehr schenll zuende ist.
Ein Glück, dass wir hier mal wieder was total europäisches
adaptiert haben.
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