http://www.faz.net/-gyl-8v77e

Ausgründungen : Münchner Unis bestes Pflaster für Start-ups

Mit Start-up-Potential: Lernen in München Bild: dpa

Wer im Gründungsradar des Stifterverbands gut abschneidet, gilt als ausgezeichnete Adresse. Denn Absolventen dieser Unis gründen besonders viele Start-ups. Auch bekannte Unternehmen sind so schon entstanden.

          Nicht nur die Zahl der Professorenstellen, der Studiengänge oder der wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden gern als Qualitätsmerkmal von Universitäten und Hochschulen herangezogen. Längst gehören auch Unternehmensgründungen dazu. Gehen aus dem akademischen Umfeld Start-ups hervor, die Geschäftsideen umsetzen und im besten Fall Arbeitsplätze schaffen, dann gilt das als eine Art Ritterschlag. Dementsprechend wimmelt es an den Hochschulen von Gründer-Initiativen, Wettbewerben und Förderinstrumenten.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Licht in dieses Dickicht bringt seit einigen Jahren der sogenannte Gründungsradar des Stifterverbands, einer Initiative von Stiftungen und Unternehmen. Er ist gerade zum dritten Mal erschienen und hat bei vielen gut plazierten Hochschulen wieder mal Entzückung hervorgerufen. Denn wer hier gut abschneidet, gilt als modern, effektiv, praxisorientiert, als ausgezeichnete Adresse.

          Unter den großen Standorten mit mehr als 15.000 Studenten lagen die üblichen Verdächtigen vorn: Die Hochschule München und die Technische Universität München teilten sich Platz eins, nachdem in den vergangenen Jahren mal der eine, mal der andere ganz vorn gelegen hatte. Dritter wurde ein weiterer sehr renommierter Bewerber, das Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT. Bei den mittelgroßen Hochschulen mit 5000 bis 15.000 Studenten hieß die Reihenfolge auf den ersten drei Plätzen: Leuphana Universität Lüneburg, Universität Oldenburg, Technische Universität Kaiserslautern.

          Bemerkenswerte Erfolgsgeschichten

          Unter den Kleinsten belegten drei private Hochschulen, die ihren Schwerpunkt bei den Wirtschaftswissenschaften haben, die ersten drei Plätze - ein Bild, das aus der bis dahin letzten Studie im Jahr 2012 vertraut war. Die Business School Leipzig (HHL) lag vor der Otto Beisheim Business School in Vallendar (WHU) und der Privaten Hochschule Göttingen.

          Dass es bei den Ausgründungen oft um bemerkenswerte Erfolgsgeschichten geht und nicht etwa nur um Spielwiesen für Jungunternehmer, zeigen Beispiele wie Celonis SE aus München. Sie beschäftigt sich mit Big-Data-Technologie, ist ein Paradebeispiel der TU München und hat gerade bei Investoren weitere 27,5 Millionen Euro eingesammelt. Mit einem Umsatzwachstum von 4000 Prozent in vier Jahren sei Celonis das am schnellsten wachsende Technologieunternehmen Deutschlands. Insgesamt wurden an der TU München 2015 - dem vom Gründungsradar untersuchten Jahr - 70 Unternehmen ausgegründet. Seit 1990 seien es mehr als 800 gewesen, und sie hätten mehr als 14.000 Arbeitsplätze geschaffen.

          Auch an der HHL in Leipzig hat man zusammengezählt: Seit dem Jahr 2000 haben Absolventen der Hochschule knapp 200 Unternehmen gegründet und für 2800 Arbeitsplätze in Sachsen gesorgt. Unter anderem habe das von Absolventen gegründete Online-Reiseportal Trivago, das vor allem Hotelpreise vergleicht, den Börsengang in New York gewagt - natürlich ein Höhepunkt in der Gründer-Bilanz der Leipziger.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Die Tücken der Hochschul-Rankings

          Methodenkritik : Die Tücken der Hochschul-Rankings

          Ausgerechnet Aachen und Karlsruhe sind nicht unter den zehn besten Hochschulen in Deutschland, wenn es um die Qualität der Absolventen geht. Sagt jedenfalls ein neues Ranking. Wie kann das sein; diese beiden schneiden doch sonst immer spitze ab?

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Vergewaltigung als Kriegswaffe : Das Ende der Ignoranz

          Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Angelina Jolie wollen Frauen vor sexueller Gewalt im Krieg schützen. Ihre Initiative stellt der Nato nachträglich ein Armutszeugnis aus.

          TV-Kritik: „Hart aber fair“ : Heuchelei als Geschäftsmodell

          Abbau von Arbeitsplätzen bei Siemens, miserable Arbeitsbedingungen von Paketzustellern: Bei Frank Plasberg werden Konzerne als vaterlandslose Gesellen beschimpft. Es geht aber auch um die Verantwortung der Konsumenten.

          Schneeschmelze : Meteorologen warnen vor Hochwasser

          Der Wintereinbruch hat deutschen Straßen zum Wochenstart chaotische Zustände beschert. Nun taut der Schnee. Es droht Hochwasser. Ein Castor-Transport muss verschoben werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.