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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Absolventenjahrgang 2006 Ingenieursstudenten brechen Studium häufig ab

30.07.2008 ·  Die Zahl der Studienabbrecher ist leicht gesunken, belegt eine neue Studie, doch viele junge Leute geben in den Bachelor-Studiengängen auf. Auf dem Weg zum Staatsexamen bleiben die Studenten ihrem Fach meist treu.

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Studierende von Ingenieurs- und Naturwissenschaften brechen ihr Studium besonders häufig ab. In diesen Fächern wie auch bei den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt die Abbruchrate bei 30 Prozent und höher, wie eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover ergab. Relativ
niedrige Abbrecherquoten von unter zehn Prozent gibt es dagegen bei Medizin, Pharmazie oder Lehramt. Insgesamt ist die Zahl der Studienabbrecher leicht gesunken.

Die Studie für den Absolventenjahrgang 2006 erstellte das HIS im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Dabei geht es um das Abbruchverhalten der Studienanfänger von 1999 bis 2001. Von 100 Studienanfängern von Anfang 2000 gaben 21 ihr Erststudium ohne Examen auf, bei der letzten Berechnung waren es noch 22. Der leichte Rückgang beruht dabei vor allem auf einer günstigen Entwicklung an den Universitäten, wo der Abbrecheranteil nur noch bei 20 Prozent liegt. An den Fachhochschulen (FH) stieg die Quote dagegen um fünf Punkte auf 22 Prozent (Besser vorbereitet zur Hochschule).

Erstmals untersuchte das HIS auch Quoten für unterschiedliche Studienabschlüsse. Einen hohen Studienerfolg zeigen Staatsexamens-Studiengänge, bei denen lediglich sieben Prozent der Studienanfänger ohne Abschluss blieben. Bei Diplom- und Magisterstudiengängen an Universitäten ist die Abbrecherquote dagegen mit 29 Prozent sehr hoch, bei FH-Diplomstudien liegt sie bei durchschnittlich 21 Prozent.

Hohe Abbrecherquote bei BA

Überraschend viele Studienabbrecher gibt es in den neu eingeführten Bachelor-Studiengängen (BA) bei den Studienanfängern von 2000 bis 2004: Bei den Universitäten liegt die Abbrecherquote bei 25 Prozent, bei den Fachhochschulen sogar bei 39 Prozent. Die Verfasser der Studie verweisen aber darauf, dass das Bild je nach Fächergruppen sehr differenziert sei. Offenbar gibt es vor allem bei den BA-Studiengängen der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sehr viele Abbrecher.

Die hohen Abbruchraten stellen HIS zufolge somit nicht das Konzept der neuen Studienstrukturen in Frage. Vielmehr sei der Studienerfolg wohl im Zusammenhang mit der Art und Weise zu sehen, wie die neuen Strukturen umgesetzt worden seien. „Ein hoher Handlungsbedarf ergibt sich derzeit besonders für das Studium des Maschinenbaus und der Elektrotechnik an den Fachhochschulen.“

2007 weniger Studienanfänger

Im vergangenem Jahr war zwar die Zahl der Studienanfänger erstmals seit vier Jahren wieder leicht angestiegen. Doch blieb der Zuwachs weit hinter den Erwartungen zurück, weil deutlich mehr junge Menschen Abitur machten. Die Universitäten verzeichneten knapp zwei Prozent Zuwachs, die Fachhochschulen über acht Prozent. In Bundesländern ohne Studiengebühren fiel der Anstieg im Schnitt deutlich größer aus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben 2007 bundesweit 17 Prozent mehr junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife die Schule verlassen als noch 2003. Gegenüber dem selben Jahr sank jedoch die Studienanfängerzahl um 5 Prozent.

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