02.06.2008 · Dass ich nach Deutschland gekommen bin, war ein glücklicher Zufall. Der größte Unterschied? In Amerika haben wir weniger Urlaub, aber dafür lassen wir uns während eines Arbeitstags mehr Zeit.
„In Amerika gibt es viele Extreme und wenig Mittelmaß, so ist es auch mit der Einstellung zum Auslandsstudium. Die einen wollen ihren Bundesstaat nie verlassen, die anderen machen so viel wie möglich. Dass ich nach Deutschland gekommen bin, war ein glücklicher Zufall.
Nachdem ich mein Pschologie-Studium in Minneapolis abgeschlossen hatte, fand ich einen Job als Elektriker auf der Baustelle des neuen amerikanischen Konsulats in Frankfurt. Die Erfahrungen, die ich hier machte, brachten mich zu dem Entschluss, etwas ganz anderes zu machen - ich möchte Ingenieur werden, Spezialist für erneuerbare Energien werden. Dafür ist Deutschland die ideale Adresse, in den Vereinigten Staaten ist das Thema Umwelt längst noch nicht so präsent. Deshalb bin ich nach drei Semestern Physik, Chemie und Mathematik in meinem Heimatstaat im Dezember wieder nach Frankfurt gekommen, zuerst für ein Praktikum bei der Unternehmensberatung Taraske Consult. Das war ideal, um Deutsch zu lernen und das deutsche Arbeitsklima kennen zu lernen.
Der größte Unterschied? In Amerika haben wir weniger Urlaub, aber dafür lassen wir uns während eines Arbeitstags mehr Zeit zwischendurch, zum Beispiel zum Reden und Einkaufen. Die Deutschen arbeiten acht Stunden durch und machen dafür aber auch einen ganzen Monat Urlaub. Mit meinem Lebenslauf und den Berufsaussichten hat meine Entscheidung für Deutschland wenig zu tun, eher schon mit den guten Studienbedingungen in meinem künftigen Fach: Gerade habe ich an der Volkshochschule den C1-Sprachtest bestanden, zum Wintersemester fange ich an der Fachhochschule hier in Frankfurt an, Energie- und Informationstechnik zu studieren.
Und außerdem kommt meine Freundin aus Deutschland, das ist wohl der wichtigste Grund dafür, dass ich vielleicht irgendwann selbst auch ein Deutscher werde.“