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Bologna-Reform Bachelor-Studenten haben es eilig

 ·  Ein Ziel der Bologna-Reform war, dass Absolventen schneller auf den Arbeitsmarkt gelangen. Neue Zahlen zeigen, dass dies auch gelingt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (11)

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Janosh Gnisleh

Studienberechtigtenquote

Also, wenn ich so etwas lese, kann ich echt nur noch den Kopf schütteln! Hier wird mit Statistiken um sich geworfen, daß einem übel wird! Jeder, der noch in der Lage ist sein Hirn einzuschalten, muß doch stutzig werden, bei der Aussage, in NRW hätten 57% eines Jahrgangs die Studierberechtigung erlangt! In Wirklichkeit ist dies doch wohl eher eine Aussage über das Niveau des Abiturs. Der IQ ist Gaußverteilt, somit bedeuten 57% Studierberechtigte nichts anderes, als daß man heutzutage mit unterdurchschnittlichem Intellekt an die Uni gehen kann. Wenn dann noch festgestellt wird, daß jene auch noch schneller studieren als dies zu Zeiten des Diploms der Fall war, was sagt das dann wohl über die neuen Studienabschlüsse aus? Die Unis bekommen ja heute schon mehr Kohle, wenn sie möglichst kurze Studiendauern nachweisen... Klar geht das Konzept auf, nur wie!? An meiner Uni durften wir Hiwis keine Ing.-Studenten (BA/MA) mehr durch's Praktikum fallen lassen, so wird Statistik gemacht!

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Christian Oppenländer

Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die Absolventenquote weiter zu erhöhen.

Wie wäre es denn, sie auf 100% zu heben? Dann hätten wir nur schlaue und gebildete Menschen für unseren "Fachkräftemangel". Das ist doch die Logik, oder?

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Heiko Schmidt

Führt das Diplom wieder ein

Es wird alles getan um Deutschland zu schaden, das merkt man auch am Diplom. Dieser Abschluß war weltweit anerkannt, kein Student hatte damit Nachteile.
Aber im Rahmen des europäischen Einheitswahns mußte das ja plattgemacht werden.
Bei mir kommt da Wut hoch.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 10:05 Uhr
Janosh Gnisleh

Bei einer vollständigen...

... Wiedereinführung würde ich Ihnen sofort zustimmen, würde man jedoch das Diplom innerhalb des derzeitigen Systems wieder anbieten, wäre der gute Ruf in wenigen Jahren hinüber.

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Florian Knauth

Besser als sein Rug

Ein Großteil der Studenten absolviert nach dem Bachelor noch einen (in der Regel zweijährigen) Master. Die Regelstudienzeit wird also nicht kürzer, sondern länger (4 auf 5 Jahre).
Es wird mal wieder viel Wind um nichts gemacht, viel verändert hat sich m.E. nach nicht. Die stoffdichte im Bachelor hat zugenommen, das "handwerkliche" steht im Vordergrund, dies eröffnet im Master dann die Möglichkeit zur Entfaltung in Seminaren und kleinen Gruppen mit den Dozenten. Dementsprechend halte ich das System für eine Verbesserung durch straffere und vergleichbarere Lehrpläne.

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Jonas Brinkmann

Das könnte teuer werden

Es mag je hin und wieder begabte Studenten geben, die mit 22 Jahren wirklich schon über solide fachliche Kenntnisse verfügen und relativ eigenständig Sachprobleme entdecken und wissenschaftlich bearbeiten können. Ob das jedoch auf die breite Masse zutrifft, ist mehr als fraglich.
Diese Zahlen erinnern zudem ein wenig an die Quartalszahlen einer größeren Bank, von Ferne betrachtet durchaus respektabel, jedoch können sie bei näherem Hinsehen erhebliche Defizite in anderen Bereichen verschleiern.
Die Ökonomisierung der Studienzeit hat nicht nur Vorteile, sondern kann durchaus auf Kosten anderer Kompetenzen gehen, z.B. gesunde Persönlichkeitsentwicklung, hermeneutische Urteilskraft, Gemeinschaftssinn, Moralität. Wenn da die künftigen Lebens- und Arbeitserfahrungen nicht nachbessern, wächst eine richtungslose Fassadengeneration ohne Tief- und Weitblick heran. Das wird dann am Ende wesentlich teurer.

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carsten jung
carsten jung (cjung) - 31.05.2012 09:28 Uhr

Ein hoher Preis für unnütze Geschwindigkeit

Was der Artikel nicht anspricht ist, zu welch hohen Preis wir uns die Geschwindigkeit erkauft haben. Die Bachelor Absolventen sind in der Praxis weder berufstauglich noch verfügen sie über die fachlich-professionelle Eigenständigkeit früherer Jahrgänge. Sie haben viel gelesen und vieles oberflächlich behandelt, haben aber nie ein Thema wirklich im Studium vertieft. Die Bologna Reform war eine einzige Unterwerfung des hochklassigen, weltweit anerkannten deutschen Hochschulsystems unter den minderwertigen europäischen Konsens, mehr nicht.

Der Bachelor produziert vom ersten Tag an einen enormen Weiterbildungsbedarf, mit dem heute keiner mehr etwas zu tun haben möchte. Weder die Unternehmen und Verbände, die einst am lautesten gejammert haben, noch die Politik haben sich diesem Karrierehindernis bislang angenommen. Wer vorausschauend studieren möchte, tut dies heute am besten außerhalb der EU.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 11:14 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 02.06.2012 11:14 Uhr

"Charakter"

lernt man nicht durch Trödelm beim Studium, da haben Sie irgendwas durcheinandergeworfen...

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 31.05.2012 13:19 Uhr

Bericht aus der Praxis:

"Der Bachelor produziert vom ersten Tag an einen enormen Weiterbildungsbedarf, mit dem heute keiner mehr etwas zu tun haben möchte." Herr Jung, jeder berufsbildende Abschluss im 21. Jhdt "produziert vom ersten Tag an einen enormen Weiterbildungsbedarf". Das die Firmen damit "nichts zu tun" haben wollen, ist normal. Es ist völlig unerheblich, ob Sie einen Bachelor oder einen Professor fragen: In der freien Wirtschaft brauchen Sie IMMER nur maximal 20 % der Fachkompetenz, manchmal nur 5%, den Rest lernt man vor Ort. Mit Bachelor hat das nichts zu tun.

Im Übrigen steht jedem frei, den Master hinterherzumachen, falls die Industrie das hinterher entsprechend besser vergütet. "Ausserhalb der EU" studieren? Aha, und wo?

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Marco Maas
Marco Maas (M.Maas) - 31.05.2012 08:54 Uhr

ob das rein am Bachelor liegt?

Oder nicht vielleicht doch eher an den Studiengebuehren?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.05.2012 13:21 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 31.05.2012 13:21 Uhr

"Studiengebühren"

Herr Maas, wenn Sie sich über die Peanuts aufregen, die in Deutschland als "Studiengebühren" gezahlt werden müssen, empfehle ich Ihnen einen Blick nach Frankreich, England oder in die USA. Studienkredite jenseits der 100.000 Euro sind völlig normal. In D haben Studenten in einigen Städten hohe finanzielle Belastungen wegen Mieten und anderen Lebenshaltungskosten, sicher nicht wegen den symbolischen "Studiengebühren".

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Jahrgang 1966, Redakteurin in der Wirtschaft

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