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Bill Gates im Interview "Diese Studenten gehören zu den klügsten"

08.08.2007 ·  Die Möglichkeiten des PC sind noch längst nicht ausgeschöpft, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates. Sein Ideenwettbewerb soll neue Technologien fördern, damit die „digitale Spaltung der Welt“ beendet wird.

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Die Möglichkeiten des PC sind noch längst nicht ausgeschöpft, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates. Sein Ideenwettbewerb soll neue Technologien fördern, damit die „digitale Spaltung der Welt“ beendet wird.

Software zu schreiben gehöre zum Schönsten, das man tun kann, sagen Sie. Ist Ihr Enthusiasmus auf die Teilnehmer des "Imagine Cup" übergesprungen?
Diese Studenten gehören zu den besten und klügsten. Ihre Ideen können das Leben von Schülern, Studenten und Lehrern rund um die Erde grundlegend verändern. Sie haben verstanden, mit welcher Macht Software und Computer unsere Zukunft bestimmen werden.

Fühlen Sie sich an die Anfänge Ihrer eigenen Karriere erinnert?
Für mich ist es aufregend zu sehen, welch großartige Arbeit die jungen Leute geleistet haben, mit welcher Hingabe sie sich dem Thema Bildung widmen. Sie sind wirklich die führenden Köpfe der Zukunft, und ich bin gespannt darauf zu sehen, wie sich ihre Software-Programme entwickeln, wenn sie in ihrer Karriere vorankommen.

Ist die technologische Entwicklung heute vergleichbar mit der Zeit Ihrer ersten Schritte?
Ich erinnere mich daran, wie Paul Allen (Mitbegründer von Microsoft, d. Red.) mich 1974 in Harvard besuchte. In der Zeitschrift "Electronics" stand gerade die Nachricht von dem neuen Intel-Chip 8080. Das war der Moment, in dem wir uns erstmals eine Zukunft vorstellten, in der Computer, gesteuert von Software, die Welt verändern würden. Die Studenten im "Imagine Cup" machen etwas ganz Ähnliches. Sie schauen sich heute verfügbare Technologie an und überlegen, wie sie sich auf eine ganz neue Weise nutzen lässt. Sie soll den Menschen Dinge ermöglichen, die sie heute noch nicht ohne weiteres tun können. Das ist doch das Wesen von Innovation.

Sie haben den Studenten, die bei Ihnen waren, gesagt, Software könne noch viel mehr Verblüffendes leisten, als viele verstehen. Die werden das wissen, aber was ist mit der Öffentlichkeit?
Ich werde oft gefragt, ob wir uns schon einer Grenze nähern, ob wir bald nicht mehr so viele Verbesserungen unseres Lebens durch digitale Technologie erwarten können. Doch ich bin sicher, dass der unglaubliche Fortschritt, den wir in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben, gerade mal die Voraussetzung geschaffen hat für einen Wandel, der noch viel tiefgreifender sein wird. Heute fangen wir erst an, mit Software die schlimmsten Probleme der Welt zu lösen.

Woran denken Sie dabei?
Nehmen Sie Bildung. Heute können Schüler und Lehrer im Internet Vorlesungen und Lehrmaterial von Experten zu praktisch jedem Thema finden. Sie können von den Besten lernen. Und sie fangen erst an, von Technologien wie Spracherkennung zu profitieren, die ihnen einen natürlicheren Umgang mit ihrem PC erlaubt. Ein anderes Beispiel ist MultiPoint, eine Entwicklung von uns, mit der mehrere Studenten gleichzeitig an einem PC arbeiten können, jeder mit einer anderen Maus. Solch ein Fortschritt wird eine wichtige Rolle spielen, damit wir die digitale Spaltung der Welt im großen Stil überwinden können. Mehr als je zuvor ist es Bildung, die über soziale und wirtschaftliche Chancen von Menschen bestimmt.

Die Fragen stellte Thomas Reinhold

Quelle: F.A.Z., 04.08.2007, Nr. 179 / Seite C6
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