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Berufswechsel Deutsche Arbeitnehmer sind unflexibel

09.02.2012 ·  Jedes Jahr wechseln 3,4 Prozent der Beschäftigten in Deutschland das Berufsfeld. In Großbritannien sind es drei mal so viele. Aber woran liegt das?

Von Mareike Zeck
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Jedes Jahr wechseln 3,4 Prozent der Beschäftigten in Deutschland das Berufsfeld. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Etwas mehr als die Hälfte der Berufswechsler kündigt von sich aus, lässt sich versetzen oder steigt ins Management auf. Bei 48 Prozent der Wechsler war die berufliche Veränderung dagegen unfreiwillig. Ihnen wurde gekündigt, ein auslaufender Vertrag nicht verlängert oder sie wurden auf eine andere Position versetzt.

Deutsche legen wert auf passgenaue Ausbildung

In Großbritannien wechseln pro Jahr dreimal mehr Arbeitnehmer den Beruf als in Deutschland. 79 Prozent von ihnen freiwillig. Dass deutsche Arbeitnehmer im internationalen Vergleich eher unflexibel sind, führt das IAB vor allem auf das Ausbildungssystem zurück.

In Deutschland orientiere man sich stark an Berufszertifikaten. In Großbritannien zähle dagegen vor allem Arbeitsmarkterfahrung. Dies erleichtere den Wechsel zwischen verschiedenen Tätigkeiten. Und der lohnt sich: In beiden Ländern verdienen die Arbeitnehmer im neuen Beruf mehr.

Geld spielt beim Wechsel die entscheidende Rolle

Gerade die Höherqualifizierten profitieren vom Schritt in einen neuen Beruf. In Großbritannien noch stärker als in Deutschland. Bei den Geringqualifizierten ist es andersherum. Während in Großbritannien ein Berufsfeldwechsel für diese Arbeitnehmer einen finanziellen Abstieg bedeutet, verdienen in Deutschland nach einem Wechsel auch die Geringqualifizierten mehr als im alten Beruf.

Das Geld könnte aber auch noch aus einem anderen Grund ein Anlass zum freiwilligen Wechsel sein: Diejenigen, die den Beruf wechseln, bekommen zuvor in der Regel weniger oder geringere Lohnerhöhungen als ihre Kollegen, die nicht wechseln.

Als Berufswechsler gelten in der Studie des IAB Arbeitnehmer, deren Tätigkeit sich innerhalb von zwei Jahren inhaltlich geändert hat und nun nach der Internationalen Standartklassifikation der Berufe einer anderen Kategorie entspricht.

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