Berufspendler nehmen einen immer längeren Weg zur Arbeit in Kauf. Im Jahr 2009 mussten Pendler im Durchschnitt eine Strecke von fast 17 Kilometer von zu Hause bis zum Büro zurücklegen, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn berichtete. 1999 lag die durchschnittliche Pendeldistanz noch bei 14,6 Kilometern.
Immer weniger Menschen arbeiten demnach in ihrer Heimatgemeinde. Überdurchschnittlich weit ist der Arbeitsweg für die Arbeitnehmer an den Rändern der großen Ballungszentren wie Hamburg, Frankfurt und Berlin sowie in den dünn besiedelten Gegenden im Nordosten Deutschlands. Dazu zählen Teile Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburgs und der Altmark.
Häufig werden im Umland der großen Städte lange Wege in Kauf genommen, weil die Immobilienpreise in den Zentren sehr hoch sind, wie aus dem aktuellen Raumordnungsbericht weiter hervorgeht. Zugleich müssen viele Arbeitnehmer aus den dünn besiedelten ländlichen Regionen Ostdeutschlands zwangsweise pendeln, da Arbeitsplätze in Wohnortnähe fehlen.
Gefahren für die Gesundheit
Dabei ist die ständige Mobilität durchaus nicht ungefährlich für die Gesundheit der Arbeitnehmer. Das fand ein Team um den Soziologieprofessor Norbert Schneider vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) heraus. Die Forscher haben 7220 Telefoninterviews mit Pendlern und Dienstreisenden geführt, aber auch mit Menschen, die sich statt fürs Pendeln für einen Umzug entschieden haben, und mit sogenannten „Nicht-Mobilen“, also mit Vergleichspersonen, die für ihre Arbeit gar keine weiten Strecken überwinden müssen.
Unter anderem fragten die Forscher die Interviewten nach ihrem Gesundheitszustand und kamen zu dem Ergebnis: Fernpendler, die für den einfachen Weg zur Arbeit länger als eine Stunde brauchen, sind kränker und gestresster als Menschen, die sich für einen Umzug entschieden.
achwas
Phillip Stolze (philze)
- 06.07.2012, 10:13 Uhr
Poliltisch gewollt
lu fauk (Fauck)
- 06.07.2012, 09:55 Uhr
