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Berufseinstieg Karriere nicht um jeden Preis

17.07.2006 ·  Nicht für alle Universitätsabsolventen zählt ein hohes Gehalt oder die Aussicht auf eine Führungsposition, wenn es um den idealen Arbeitsplatz geht. Denn Vielseitigkeit und Spaß an der Arbeit werden immer wichtiger.

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Wenn es um den idealen Arbeitsplatz geht, zählt für Universitätsabsolventen nicht nur die Aussicht auf Führungspositionen oder ein hohes Gehalt, sondern auch der Spaß an der Arbeit. „Wir können im Moment in ganz Europa den Trend beobachten, daß Studienabgänger ein entspannteres Verhältnis zu ihrer Karriere entwickeln“, sagt Roger Manfredsson von Universum Communications. Dies treffe auch auf Deutschland zu.

Das schwedische Beratungsunternehmen fragte Anfang dieses Jahres in Deutschland 11.607 Studienabgänger der Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften, welcher Arbeitsplatz für sie der attraktivste sei. Gewinner war BMW, aber auch Porsche, Siemens und Lufthansa schnitten gut ab. Interessant für die Studenten sind diese Unternehmen aufgrund ihrer Vergütung; für rund ein Drittel der Befragten ist diese von besonders großer Bedeutung. Aber Absolventen der Wirtschaftswissenschaften suchen auch internationale Karrieremöglichkeiten und vielfältige Aufgaben.

Gesellschaftlicher Umschwung

Für Ingenieur- und Naturwissenschaftler ist der Inhalt der Arbeit sogar noch wichtiger als ein hohes Gehalt. Sie wünschen sich im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus den Wirtschaftsfakultäten stärker eine sichere Anstellung und flexible Arbeitszeiten. Eine Führungsposition streben nur 27 Prozent der Ökonomen und 20 Prozent unter den Naturwissenschaftlern und Ingenieuren in den ersten drei Jahren nach ihrem Abschluß an der Universität an. Erheblich wichtiger ist für die Befragten dagegen das Gleichgewicht zwischen Privatleben und Karriere.

Manfredsson, der für die deutsche Umfrage zuständig ist, sieht in diesem Ergebnis einen Zusammenhang zu einem generellen gesellschaftlichen Umschwung. „Für die neue Generation ist es in erster Linie wichtig, die Dinge zu tun, die für sie wirklich interessant sind und dabei Spaß und Zufriedenheit zu empfinden.“ Dabei sei jedoch eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität zu erkennen. Denn die Studenten hätten sich Unternehmen ausgesucht, die vor allem für einen besonders hohen Arbeitseinsatz stünden und nicht in erster Linie für Work-Life-Balance bekannt seien. Es sei eine Art Traumrechnung, die die Absolventen verfaßten, findet Manfredsson. „Die Studenten sind 2006 im Vergleich zu den vorherigen Studien insgesamt etwas optimistischer.“

Quelle: loll., F.A.Z., 15.07.2006, Nr. 162 / Seite 54
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