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Gleiche Vergütung? : Frauen holen bei den Löhnen langsam auf

Besonders junge Frauen holen in Gehaltsfragen auf. Bild: dapd

Die Arbeitgeber zahlen den Männern in Deutschland nach wie vor mehr. Wenn man sich die Daten aber für junge Frauen anschaut, gibt es eine gute Nachricht.

          Die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern haben sich im Beruf bis heute nicht ganz abgeschliffen. Die Arbeitgeber zahlen den Männern in Deutschland nach wie vor mehr, und das nach unbereinigten Zahlen im Durchschnitt auch nicht zu knapp: 21,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen haben Frauen im Jahr 2016 in der Stunde verdient.

          Matthias Hertle

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Vergleich mit anderen EU-Ländern fällt die Lohnlücke hoch aus. Im EU-Durchschnitt verdienten Frauen 16,2 Prozent weniger als Männer, zeigen Daten von Eurostat. Den höchsten Gehaltsunterschied wies Estland (25,3 Prozent) aus. Am geringsten war die Lücke in Rumänien (5,2 Prozent), wo aber auch die Erwerbstätigenquote von Frauen niedrig ist.

          Ein wesentlicher Teil der Lohnunterschiede ist allerdings damit zu erklären, dass Frauen andere Berufe ausüben als Männer, und im Durchschnitt nach wie vor auf niedrigerem Qualifikationsniveau tätig sind. Um solche Faktoren bereinigt, betrug die Lücke 2014 in Deutschland etwa laut Statistischem Bundesamt sechs Prozent.

          Ungleichheit hat abgenommen

          Deutlich abgenommen hat die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen nach unbereinigten Werten in den vergangenen 30 Jahren, wie eine aus Anlass des Weltfrauentags veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt. So ist die Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostunden-Verdiensten von Männern und Frauen in Vollzeit den Forschern zufolge von 26,6 Prozent im Jahr 1986 auf zuletzt 16 Prozent gesunken. Unter den jungen Frauen schließe sich die Lücke in überdurchschnittlichem Tempo.

          Auf gut dotierten Posten verdienten Frauen noch immer 23,5 Prozent weniger als Männer – auch der überdurchschnittlich hohe Wert bedeute aber einen Rückgang von sechs Prozent im Vergleichszeitraum. Für Frauen im Alter von 40 und 49 Jahren beträgt der Unterschied allerdings nahezu unverändert mehr als 20 Prozent.

          Deutschland entgehe durch die Schlechterstellung hohes Potential, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Politik und Arbeitgeber müssten „Anstrengungen unternehmen, die Chancengleichheit für Frauen und Männer auf allen Hierarchieebenen und in allen Gesellschaftsgruppen zu fördern“.

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