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Depressionen bei Ärzten : Psychische Probleme werden stigmatisiert

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Helfende Hände: Viele Angestellte in Gesundheitsberufen suchen bei psychischen Problemen keinen Rat. Bild: dpa

Ihr Beruf ist es, anderen zu helfen. Doch auch Ärzte brauchen Unterstützung bei Problemen. In Südafrika ist eine Debatte über Depressionen bei Angestellten des Gesundheitssystems entbrannt.

          Stress, schlechte Arbeitsbedingungen und zu viel Arbeit: Depressionen sind bei Angestellten im Gesundheitswesen laut der südafrikanischen Zeitung „Sunday Times“ weiter verbreitet als angenommen. Durch den Suizid des Herzspezialisten Bongani Mayosi wurde in Südafrika eine Debatte über Depressionen und psychische Gesundheit bei Beschäftigten aus der Gesundheitsbranche ausgelöst. Mayosi war Vorstand der medizinischen Fakultät der Universität in Kapstadt. Im vergangenen Jahr war er an der Entdeckung eines Gens beteiligt, das vorwiegend bei jungen Erwachsenen Herzinfarkte auslösen soll.

          Laut dem Bericht der „Sunday Times“ nahmen sich in den Jahren 2013 und 2014 in einem Zeitraum von 18 Monaten allein neun Anästhesisten das Leben. In dieser Berufsgruppe sei die Suizidrate besonders hoch, da die Ärzte Zugang zu Medikamenten und die Expertise hätten, um „zu wissen, wie sie sich selbst Schaden zufügen“, wird Natalie Zimmelman, die Vorsitzende eines Fachärzteverbands, zitiert. Verantwortlich für die Depressionen und Suizide seien Medikamentenmissbrauch in Verbindung mit dem hohen Druck auf die Ärzte. Auch Überarbeitung und die „erschreckenden Arbeitsbedingungen“ in Südafrikas Kliniken spielten eine tragende Rolle.

          Eine Untersuchung der Universität Witwatersrand bei Johannesburg ergab kürzlich, dass 60 Prozent der Medizinstudenten der Uni auf psychiatrische Medikamente angewiesen seien. Immer noch werde das Problem von einem Stigma begleitet, viele Betroffene nehmen demnach keine Hilfe in Anspruch.

          In Solidarität mit Mayosi veröffentlichten Studenten der Universität Kapstadt vergangene Woche auf Instagram Fotos von sich und ihren Antidepressiva. Sie hoffen auf ein Ende des Stigmas.

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