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Handwerksprüfung : Söder will Meisterpflicht ausweiten

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder möchte wieder mehr Handwerksberufe zum Meisterbrief verpflichten. Bild: dpa

Während der bayerische Ministerpräsident Handwerksberufe durch mehr Meisterbriefe attraktiver machen will, fordern Gegner seit langem ihre Abschaffung.

          Wegen fehlenden Nachwuchses soll der Meisterbrief in Bayern wieder für mehr Handwerksberufe verpflichtend sein. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in München mit. „Wir stellen fest, dass das Handwerk zu wenig Nachwuchs hat – deshalb wollen wir es wieder stärken.“ Der Meisterbrief stehe für eine hohe Qualität der dualen Ausbildung – und sei ein Anreiz, wieder solche Berufe anzunehmen. Wenn der Meisterbrief wieder für mehr Handwerksberufe verpflichtend werde, steige die Attraktivität der beruflichen Bildung gegenüber der akademischen.

          Der sogenannte Meisterzwang ist seit seiner Einführung durch die Handwerksordnung von 1953 juristisch umstritten, denn er stellt eine hohe Zugangshürde in die Selbstständigkeit dar. Er sorgt dafür, dass es in den betroffenen Berufsgruppen nur Handwerksmeistern und Gleichgestellten erlaubt ist, handwerkliche Betriebe zu führen.

          Im Rahmen seiner „Agenda 2010“ lockerte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Vorschriften: Wegen der steigenden Arbeitslosigkeit entschied die rot-grüne Bundesregierung, den Meisterzwang in 41 von 94 bis dato meisterpflichtigen Handwerksberufen aufzuheben – gegen die Stimmen der Oppositionsparteien CDU, CSU und FDP. In der Folge ist die Zahl der Berufe, die einen Meisterbrief erfordern, stetig gesunken. Maurer, Betonbauer, Zimmerer und Dachdecker benötigen die Prüfung bis heute, während Fliesenleger, Gebäudereiniger oder Raumausstatter sie nicht mehr nachweisen müssen.

          Im Vertrag der großen Koalition in Berlin ist nun wieder eine Stärkung der Meisterprüfung vorgesehen: „Wir werden den Meisterbrief erhalten und verteidigen. Wir werden prüfen, wie wir ihn für einzelne Berufsbilder EU-konform einführen können“, heißt es dort.

          Der Zentralverband des Deutschen Handwerks begrüßt dies. Die Abschaffung der Meisterpflicht habe nicht wie erhofft zu mehr qualifizierten Fachkräften geführt, heißt es in einer Stellungnahme. Stattdessen seien die Ausbildungszahlen zurückgegangen – denn Handwerker dürfen ohne Meisterprüfung zwar einen eigenen Betrieb gründen, jedoch nicht ausbilden.

          Die von der Regierung als Wettbewerbsberater eingesetzte unabhängige Monopolkommission hingegen fordert seit langem die Abschaffung der Meisterpflicht, weil sie im Widerspruch zur im EU-Binnenmarkt geforderten Freizügigkeit stehe. Die Abschaffung des Meisterbriefs würde zu einer erheblichen Zahl von neuen Arbeitsplätzen führen, argumentiert auch der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker, in dem sich Selbstständige ohne Meisterbrief zusammengeschlossen haben. Außerdem tauge die Meisterprüfung nicht als Qualitätsgarantie – in den sich ständig verändernden Berufen seien die während der Ausbildung gelernten Arbeitstechniken schnell wieder veraltet.

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