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Personalarbeit digital : Apps, Bots und Algorithmen

Roboter Quinn Nao tritt auf der Messe „Zukunft Personal“ auf. Bild: Nadine Bös

Weiterbildung vom Bot oder Kantinenverabredung per Algorithmus: Die Spielereien der Personalabteilungen in der digitalen Arbeitswelt werden immer verrückter. Hier sind ein paar spannende Beispiele.

          Videointerview statt Bewerbungsanschreiben, Weiterbildung vom Bot, Kantinenverabredung per Algorithmus: Auf der Messe „Zukunft Personal“ in Köln ließen sich in der vergangenen Woche die neuesten Trends aus der Welt der Talentsuche, Weiterbildung und Mitarbeiterbindung bewundern – von komplexen Bewerbermanagementsystemen bis hin zu kleinen Raffinessen für die Arbeitswelt.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Da trat zum Beispiel der Roboter Quinn Nao von IBM auf, um zu zeigen, wie die Künstliche Intelligenz des Supercomputers Watson heute schon in Personalabteilungen zum Einsatz kommen kann: Etwa, indem er Bewerber und offene Stellen möglichst optimal zusammenbringt. Die Künstliche Intelligenz wertet aus, welche Stellen am dringlichsten zu besetzen sind und wie der „Traumkandidat“ dafür aussähe. Anhand von Daten gleicht der Roboter ab, welche Bewerber diesem Profil am nächsten kommen. Füttern kann man Watson mit Stellenbeschreibungen, Inhalten von Lebensläufen, Arbeitsproben, Zeugnissen und vielem mehr. Auch soll er heute schon in der Lage sein, längere Texte so zu analysieren, dass sich Rückschlüsse auf Persönlichkeitsmerkmale des Verfassers ziehen lassen. Mit Hilfe von Informationen aus sozialen Netzwerken will der Roboter auch herausfinden können, wie gut jemand zur Unternehmenskultur passt.

          Aber nicht nur Konzerne, auch viele junge Gründer präsentierten spannende – und zumeist digitale – Ideen für die Personalarbeit der Zukunft: So führte das Start-up „Everskill“ den Bot „Tobi“ vor, der Mitarbeiter sechs Wochen lang an die Inhalte ihrer letzten Schulung erinnern kann. Nach einem Training für besseres Arbeitsplatzmanagement sagt Tobi zum Beispiel täglich Bescheid, dass man sich vorgenommen hatte, die E-Mails besser zu sortieren. Er kann zu diesem Zweck eine kurze Erinnerung aufs Smartphone schicken oder den Mitarbeiter anrufen.

          Das ebenfalls noch junge Unternehmen „Talentcube“ hat eine App entwickelt, mit deren Hilfe Bewerber anstelle eines Anschreibens drei Fragen per Live-Video auf dem Smartphone beantworten können. Anhand der Antworten und eines damit verbundenen Xing-Profils entscheidet dann der Arbeitgeber, ob er den Kandidaten zum Vorstellungsgespräch einladen möchte. Anschreiben und Lebenslauf: überflüssig.

          Die Gründer des Unternehmens „Jobunication“ entführen mit einer Virtual-Reality-Brille die Besucher der echten auf eine digitale Ausstellung: Sie simulieren eine Karrieremesse für Studenten, über die man ganz bequem vom Wohnheim-oder WG-Sofa aus bummeln kann. Vom Sofa aus funktioniert auch „Selfapy“, eine Online- Psycho-Beratung, die Mitarbeiter vor Stress und Burnout bewahren soll. Das geht per Klick und ohne Wartezeit auf einen Therapieplatz.

          Ganz analog, also von Angesicht zu Angesicht. zusammenbringen möchte das Start-up „Mystery Lunch“ die Mitarbeiter von Unternehmen. Indem es ihnen einen Mittagessenspartner vermittelt, den sie vorher noch nicht kannten. Das soll den Kontakt zu neuen Kollegen fördern und den Austausch zwischen Abteilungen. Völlig ohne digitale Elemente kommt aber auch das nicht aus: Um die Essensteams besonders schlau zu paaren, nutzt das System einen Algorithmus.

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