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Neue Forschung : Bloß nicht für den Papierkorb arbeiten!

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Für den Eimer mag fast niemand gerne arbeiten. Bild: Patrick Junker

Wenn Arbeitnehmer nach getaner Arbeit erfahren, dass ihr Einsatz umsonst gewesen ist, demotiviert sie das für ihr nächstes Projekt. Forscher haben nun untersucht, wie sich dieser Effekt vermeiden lässt.

          Haben Sie schon mal viel Mühe in eine Projektidee investiert, die hinterher doch nicht realisiert wurde? Oder ein Start-up gegründet, das am Ende pleite war? Die Küche aufgeräumt, nur um festzustellen, dass schon wenig später dort wieder komplettes Chaos herrschte? Oder einen Schul- oder Uni-Aufsatz verfasst, der am Schluss zerknüllt im Mülleimer landete?

          Dann haben Sie sicherlich volles Verständnis für den Ausgang eines neuen ökonomischen Experiments von Forschern am Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). „Arbeit ohne Sinn gefährdet die Produktivität“, so lautet der Titel des zugehörigen Papiers der Mikroökonomin Sabrina Jeworrek. Zwar ist schon bekannt, dass die Sinnhaftigkeit von Arbeit zur Motivation von Arbeitnehmern beiträgt; die Forscherin wollte aber noch mehr zeigen: Meistens erfahre man erst im Nachhinein, dass eine bestimmte Arbeit umsonst war. „Denken Sie zum Beispiel an ein Team aus Softwareentwicklern, denen mitgeteilt wird, dass ihr mühsam geschriebener Programmcode bald vollkommen veraltet sein wird“, sagt Jeworrek. „Bisher hat noch niemand erforscht, wie sich solche Erfahrungen auf die Beschäftigten auswirken.“

          Für ihr Experiment kam ihr der Zufall ein wenig zur Hilfe: Im September 2013 unterstützten 140 Hilfskräfte eine Forschungseinrichtung bei der Inventarisierung einer Sammlung von Geschäftsberichten. Ziel der Aktion war der Aufbau einer Datenbank für die Forschung. Dann wurde das Projekt überraschend eingestellt. Aber genau dieser Umstand ermöglichte Jeworrek und ihren Kollegen, zu untersuchen, wie sich die (jetzt fehlende) Bedeutung der Arbeit auf die zukünftige Motivation der betroffenen Angestellten auswirkte.

          Die Wichtigkeit der ersten Aufgabe wirkt auf das Engagement bei der zweiten

          Eine Woche nach Ende der Inventur sollten die Beschäftigten an einer Online-Umfrage teilnehmen. Was sie nicht wussten: Sie wurden einer von drei Gruppen zugeteilt. Gruppe 1 erhielt eine Erinnerung daran, wie bedeutungsvoll ihre Aufgabe gewesen war. Gruppe 2 dagegen bekam das Feedback, dass ihr geleisteter Arbeitseinsatz weitestgehend umsonst gewesen war. Der Gruppe 3 erläuterten die Forscher, dass ihre Arbeit zwar ihren ursprünglichen Sinn verloren hatte, die Daten aber einem neuen Zweck dienen würden.

          Am Ende baten die Forscher alle Probanden, einen Fragebogen auszufüllen, der aus zwei Teilen bestand: Für das Ausfüllen des ersten Teiles gab es für alle Probanden einen fixen Geldbetrag als „Aufwandsentschädigung“. Die zusätzlichen Fragen im zweiten Teil waren auf freiwilliger Basis zu beantworten und brachten den Probanden kein zusätzliches Geld ein. Während viele Probanden der Gruppen 1 und 3 eine große Anzahl der Zusatzfragen beantworteten, waren die Probanden der Gruppe 2 unmotiviert und beantworteten im Schnitt eine deutlich geringere Anzahl an Zusatzfragen.

          Die Wichtigkeit der vorangegange­nen Aufgabe wirkte sich also sehr stark darauf aus, wie motiviert die Angestellten die nächste Aufgabe erledigten. „Außerdem scheinen die Beschäftigten ihren Führungskräften sogar das Scheitern eines Projekts zu verzeihen, wenn ein neuer Zweck glaubhaft kommuniziert wird. Das kann den Verlust des ursprünglichen Sinns sogar vollständig kompensieren,“ sagte Jewor­rek. „Ein Unternehmen sollte kurzfristige Verluste in Kauf nehmen und eine neue Verwendungsmöglichkeit für die bereits erledigte Arbeit suchen. Diese Verluste dürften niedriger ausfallen als die Kos­ten, die auf lange Sicht durch demotivierte Angestellte entstehen.“

          Quelle: nab.

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