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Mitschreiben im Meeting : Was taugen Smart-Pens?

  • -Aktualisiert am

Verschiedene Formen, gleiche Funktion: Die Smart-Pen-Modelle Equil, Livescribe, Neo Smart Pen und Bamboo Slate (von hinten nach vorne). Bild: Stefan Finger

Klingt extrem praktisch für Büro-Arbeiter, die viele Meetings haben: Smart-Pens sind Stifte, die Notizen digital speichern. Doch nicht jedes Schreibprogramm erkennt jede Schrift. Ein Test.

          Sechs Stunden Meeting, am Ende hat Hubertus Schmidt acht Seiten voller Notizen produziert. Wertvolle Zeit muss der Kaufmann jetzt aufbringen, um seine Mitschrift abzutippen – eine lästige Pflicht. Dennoch protokolliert Schmidt am liebsten auf Papier wie eh und je. „Am Laptop tippe ich zu langsam und bin abgelenkt“, sagt er. Außerdem findet er es unhöflich, in einer Sitzung ständig auf einen Bildschirm zu starren.

          Die Lösung für den Geschäftsmann könnte ein Smart-Pen sein: Ein Stift, der analog auf Papier schreibt wie ein normaler Kugelschreiber, dann aber digital die Notizen per Bluetooth an eine App schickt. Mit einem Smartphone oder Tablet kann er das Manuskript in Computerschrift umwandeln, Skizzen mit Kollegen teilen und bearbeiten. Notizen gehen nicht mehr in Zettelbergen verloren. Lernforscher haben herausgefunden, dass Studenten, die per Hand mitschreiben, in Tests besser abschneiden. Aber erleichtern die verlockenden Stifte den Alltag wirklich, oder wird am Ende alles komplizierter?

          Vier Exemplare mit drei verschiedenen Technologien treten zum Test an: der dicke Livescribe 3, der hakennasige Neo N2, der filigrane Wacom samt Klemmbrett und der dreieckige Equil 2. Sie kosten zwischen 150 und 190 Euro. Vor dem ersten Strich heißt es stets: Akku aufladen, App laden, Stift mit dem Smartphone koppeln.

          Geklapper beim Schreiben

          Zuerst ins Rennen geht der Livescribe 3. Dick wie eine Zigarre liegt er ungewohnt schwer in der Hand. Der Stift benötigt Spezialpapier mit kleinem Punkteraster, und das kostet gut zehn Cent pro Blatt. Nur dank der Punkte auf dem Blatt kann sich die Infrarotkamera in der Stiftspitze orientieren. Blättert der Schreiber vor oder zurück, versteht es der Stift problemlos und speichert das Geschriebene an der richtigen Stelle. Ein kleines Manko: Der Livescribe klappert leicht beim Schreiben. Pluspunkt: In der Handy-App kann man während des Schreibens außerdem Gespräche aufnehmen. Doch Aufzeichnungen sind selbstverständlich nur erlaubt, wenn alle Anwesenden einverstanden sind.

          Bild: F.A.Z.

          Der Neo N2 ist deutlich schmaler als der Livescribe, fühlt sich beim Schreiben etwas härter an, klappert aber ähnlich wie sein Konkurrent. Auch die Technologie hinter den beiden Stiften ähnelt sich sehr. Beiden ist auch gemein, dass man das Punktepapier selbst drucken kann, allerdings nur mit einem speziellen Laserdrucker.

          Intelligenz im digitalen Klemmbrett

          Ohne Extrapapier kommt die Lösung von Wacom aus. Der mattschwarze Stift ist der schmalste und leichteste im Test. Grund: Die Intelligenz ist hier in einem digitalen Klemmbrett versteckt. Vor dem Schreiben legt man einen Block auf das Brett, das es in A4 und A5 gibt, und schaltet es an einem kleinen Knopf ein. Bei jedem weiteren Knopfdruck speichert es das Geschriebene und beginnt eine neue Seite. Wer auf einer schon beschriebenen Seite weiterschreibt, muss die Notizen später in der App zusammenfügen. Das funktioniert mit wenigen Klicks.

          Wem auch ein Klemmbrett zu umständlich ist, dem bleibt der Equil 2. Der Stift in Dreiecksform setzt auf einen externen Empfänger, den man an die Oberkante seines Blocks klemmt. Beim Einschalten teilt die feuerzeuggroße Box unmissverständlich mit, dass sie die Bewegungen des Stifts aufnimmt: Ein weißes Licht flackert ständig auf. Um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen, summt der Stift beim Schreiben auch leise – das kann nerven. Wie beim Wacom signalisiert man per Knopfdruck den Beginn einer neuen Seite und kann Notizen in der App nachträglich zusammenfügen.

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