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Kaderschmiede BMW : Harald Krügers Weg nach oben in den Chefsessel

Gilt im Konzern als „cool“: Der designierte Vorstandsvorsitzende von BMW Harald Krüger. Bild: dpa

22 Jahre hat es gedauert, dass aus dem BMW-Ingenieur Harald Krüger der designierte Vorstandsvorsitzende des Münchner Konzerns wurde. Ein Blick zurück auf Krügers Karrierestationen.

          Aus diesem jungen Kerl da - aus dem wird mal was, das sah jeder, der Augen im Kopf hatte in jenem Herbst, als gerade ein neuer BMW-Chef Witterung aufgenommen hat. Im September 2006 war das. Norbert Reithofer, frisch installierter Vorstandsvorsitzender, reiste nach Oxford, um den Regierenden im Vereinigten Königreich die Aufwartung zu machen und im Mini-Werk nach dem Rechten zu sehen.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der dortige BMW-Statthalter, jener smarte Bursche, der den „A“, wie der große Vorsitzende intern abgekürzt wird, damals empfangen hat, wird demnächst dessen Nachfolger, der nächste „A“: Harald Krüger, Jahrgang 1965 und damit noch immer unverschämt jung im Vergleich zu anderen Konzernchefs. Ein Zufall ist dies alles nicht. Familie Quandt, BMW-Großaktionäre, legt Wert auf Beständigkeit, gerade in der Auswahl ihres Spitzenpersonals.

          Und Harald Krüger, verheiratet, drei Kinder, seit 22 Jahren im Konzern, hat die BMW-Schule mit Bravour hinter sich gebracht. High Potential, Hoffnungsträger, Kronprinz - diese Stufen hat er behende genommen. Seit Dienstag ist er der designierte Vorstandsvorsitzende, im Mai 2015 wird er gekrönt: ein Ingenieur, durchsetzungsstark, gesegnet mit einer schnellen Auffassungsgabe wie mit der Fähigkeit zum klaren Denken; für Bullshit-Bingo unempfänglich, für Personality-Shows nicht zu haben.

          Camp für gestrauchelte Kronprinzen

          „Der Star ist das Auto“: Dieser Satz geht Krüger flüssig über die Lippen, den kann ein BMW-Manager nicht oft genug sagen. Das haben ihnen die Eigentümer eingebleut. Im Übrigen hält Stefan Quandt, der scheue Großaktionär, es mit dem „Prinzip lange Leine“, seine nobelste Aufgabe sieht er darin, den Besten für die Konzernspitze auszuwählen. Krüger ist der Beste, der Garant für künftigen Erfolg, wie Quandt dieser Zeitung sagt und „Erfahrung wie Gestaltungskraft“ des Neuen würdigt.

          In der Mannschaft loben sie den künftigen CEO schlicht als „cool“: „Sie finden im ganzen Konzern niemanden“, behauptet ein Top-Manager, „der Krüger nicht für die perfekte Wahl hält.“ Der Mann, der das womöglich anders sieht und sich selbst für besser geeignet hält, fängt demnächst in Wolfsburg an. Freitag vor einer Woche hat BMW-Vorstand Herbert Diess, unerklärter Rivale um den Vorstandsvorsitz, seine Kündigung eingereicht, seither ward er nicht mehr gesehen. Auf Nachruhm in München braucht er nicht zu hoffen, der Abschied fiel denkbar kühl aus.

          Dafür eröffnet der VW-Konzern nun ein Camp für gestrauchelte Kronprinzen: Andreas Renschler, der bei Mercedes nicht an Dieter Zetsche vorbeikam, tritt im Februar als oberster Trucker-Kapitän an, Herbert Diess wird sich um die Kernmarke VW kümmern. Und dann läuft mit Audi-Chef Rupert Stadler noch ein interner CEO-Aspirant durch die Gänge, der schon einen besseren Stand hatte.

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