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Automatisierung der Wirtschaft : Jeder achte Arbeitnehmer fühlt sich durch Roboter ersetzbar

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Arbeiten Roboter künftig schon gänzlich ohne menschliche Überwachung – so wie hier Bildungsministerin Johanna Wanka im Februar in Stuttgart. Bild: dpa

Erledigen demnächst Roboter meine Arbeit und machen mich überflüssig? Das glaubt rund jeder achte Beschäftigte in Deutschland. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

          Werden bald viele Beschäftigte durch Roboter und Algorithmen ersetzt? Stiehlt uns die Künstliche Intelligenz die Arbeitsplätze? Ein solches Szenario befürchten nur wenige Arbeitnehmer in Deutschland, jedenfalls, wenn sie über den eigenen Arbeitsplatz nachdenken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des sozialen Netzwerks Xing. Demnach glaubt nur jeder achte deutsche Arbeitnehmer, dass sein eigener Arbeitsplatz durch Automatisierung in Gefahr sein könnte. Es gebe keinen Anlass für Schreckensszenarien, heißt es.

          Für die Untersuchung wurden nationalrepräsentativ 3000 Teilnehmer online befragt und zusätzlich 6000 Mitglieder des Berufsnetzwerks Xing zufällig ausgewählt. 12,6 Prozent von 1272 Beschäftigten zwischen 25 und 54 Jahren schätzten die Situation so ein, dass ihre aktuelle Tätigkeit in den kommenden fünf Jahren durch den Einsatz moderner Technologien wegfallen könnte. Unter den Xing-Mitgliedern hielten sogar nur 2,3 Prozent der Befragten in dieser Bevölkerungsgruppe ein solches Szenario für wahrscheinlich.

          Besorgniserregende frühere Studien

          Seit einer Studie der Oxford-Universität aus dem Jahr 2013 gibt es eine Debatte darüber, ob ein „Ende der Arbeit“ drohe, weil Maschinen uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Carl Benedikt Frey und Michael Osborne kommen zu dem Ergebnis, dass in den Vereinigten Staaten jede zweite Stelle durch Automatisierung bedroht sei. Legt man die Berechnungsmethode von Frey und Osborne zugrunde, wären in Deutschland entsprechend 42 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet.

          Eine spätere Anwendung der Studienergebnisse auf Deutschland von Holger Bonin führte aber nur noch zu der Zahl von 12 Prozent gefährdeten Stellen – weil unterschiedliche Tätigkeitsprofile innerhalb derselben Berufsgruppen Berücksichtigung fanden. Den neuen Befragungsergebnissen zufolge deckt sich letzterer Befund relativ gut mit der Einschätzung der Arbeitnehmer selbst.

          Übrigens fürchten sich die Männer viel stärker davor, von Robotern ersetzt zu werden, als die Frauen. Der Grund dafür könnte sein, dass Männer häufiger als Frauen körperlich anstrengende Stellen haben, die vergleichsweise leicht automatisierbar sind.  Weibliche und männliche Xing-Mitglieder, bei denen es sich überwiegend um Büro-Menschen und Kopfarbeiter handeln dürfte, schätzten das Automatisierungsrisiko gleichermaßen gering ein.

          „Die Menschheit hat bis heute jeden technologischen Wandel – vom Webstuhl bis zum Internet – bewältigt, obwohl die Auswirkungen vorher kaum vorhersehbar waren“, sagte Hilmar Schneider, Leiter des IZA. Wichtig sei es, wandlungsfähig zu bleiben und die Chancen zu nutzen, statt Furcht vor den Risiken zu haben.

          Quelle: nab.

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