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Industrie 4.0 : Keine Angst vor Digitalisierung

Mehr Netz - aber nicht unbedingt mehr Angst! Bild: dpa

Oft wird die Digitalisierung in der Arbeitswelt als Schreckgespenst beschrieben: Alles wird kompliziert und Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Doch seltsam: So groß ist die Furcht der Beschäftigten gar nicht.

          Die Digitalisierung der Wirtschaft verändert auch die Arbeitswelt erheblich. Viele Mitarbeiter sehen in dem Vormarsch von Algorithmen und Robotern aber deshalb nicht automatisch eine Bedrohung. Im Gegenteil: Vom technischen Fortschritt erhoffen sich die Beschäftigten verbesserte Arbeitsbedingungen und eine erhöhte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies geht aus einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft EY hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Befragt wurden mehr als 1000 Beschäftigte in den Branchen Automobil, Maschinenbau, Logistik und Finanzen.

          Sven Astheimer

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Demnach geht fast jeder Zweite davon aus, dass ihm die digitalen Arbeitsprozesse im jetzigen Beruf zusätzliche Chancen eröffnen werden. Zwei Drittel der Befragten geht ziemlich sicher davon aus, dass die Digitalisierung die Unterschiedlichkeit der Arbeitsinhalte erhöhen wird. Flexiblere Arbeitszeiten scheinen für rund 60 Prozent sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich.

          Dabei sind die Unterschiede zwischen den Branchen groß. Während mehr als 70 Prozent der Beschäftigten der Autobranche auf besseres Zeitmanagement durch Digitalisierung setzen, sind es in Logistik und Maschinenbau je 57 Prozent.

          Gibt es große Arbeitsplatzverluste?

          Neben diesen allgemeinen Einschätzungen wurden die Teilnehmer auch nach persönlichen Vorteilen durch die Digitaltechnik gefragt. An erster Stelle steht die Verbesserung der Arbeitsergebnisse, gefolgt von einer anspruchsvolleren Tätigkeit.

          Oft diskutiert wird die Frage, ob schnellere und ausgeklügeltere Datenverarbeitungssysteme zu Arbeitsplatzverlusten in großem Umfang führen oder sich als Beschäftigungsmotor entpuppen werden. Für den Großteil der Befragten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Grund zur Panik. Fast drei Viertel (71 Prozent) sagen, dass die Digitalisierung für sie kein Grund ist, den jetzigen Arbeitgeber zu wechseln.

          Wenig überraschend stehen jüngere Arbeitnehmer der Digitalisierung positiver gegenüber als ältere. Während zwei Drittel der Unter-Dreißigjährigen finden, dass ihr Arbeitsplatz durch Digitalisierung attraktiver geworden ist, teilt nur etwas mehr als jeder Dritte über fünfzig diese Einschätzung. Führungskräfte stehen dem Thema zudem deutlich aufgeschlossener gegenüber als Fachkräfte.

          Industrie 4.0 : Digitalisierung in der Stahlindustrie

          Quelle: F.A.Z.

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