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Haustiere am Arbeitsplatz : Streicheleinheiten gegen den Stress im Büro

  • -Aktualisiert am

Neue Herrscher im Büro: Die Zahl der Tierliebhaber, die ihre Vierbeiner mit ins Büro nehmen, wächst. Bild: Imago

Haustiere sind am Arbeitsplatz oft nicht willkommen. Dabei können die kleinen Gäste das Arbeitsklima verbessern und manches Eis brechen.

          Die Bürokatze hieß Minka, und sie liebte das Faxgerät ihrer Besitzerin. Wenn die freie Texterin nicht aufpasste, sprang Minka auf das Gerät und drückte mit ihren Pfoten Nummern, die vermutlich jemandem in Honolulu gehörten. Die Texterin fragte sich: Wen kennt Minka in Honolulu? Die Bürokatze saß auch gern auf dem Bildschirm, damals noch ein großer Kasten, der sich erwärmte. Sie streckte ihre Pfote aus und sah ihrer Zweibeinerin bei der Arbeit zu.

          Es gibt Menschen, die schwören auf die entspannende Wirkung von Bürotieren. Dabei müssen Freiberufler mit ihrem Vermieter klären, ob er einverstanden ist, dass sie eines anschaffen. Bei Festangestellten habe dagegen der Chef das Hausrecht über die Arbeitsräume, sagt Saskia Steffen, Arbeitsrechtlerin bei der Kanzlei Pflüger Rechtsanwälte in Frankfurt am Main: „Der Arbeitgeber kann darüber entscheiden, ob ein Mitarbeiter ein Tier mitbringen darf oder nicht. Wenn er es jedoch einmal gestattet hat, braucht er einen berechtigten Anlass, um die Erlaubnis zurückzunehmen.“ Die Anforderungen seien dabei aber nicht hoch. Sie verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf. Eine Frau hatte dagegen geklagt, dass ihr Chef seine Zustimmung zu ihrem Büro-Hund widerrufen hatte. Das Tier hatte plötzlich ein schwieriges Verhalten an den Tag gelegt. Das Gericht entschied zugunsten des Unternehmens.

          Nach Beobachtungen des Deutschen Tierschutzbundes sind immer mehr Arbeitgeber bereit zu akzeptieren, dass ihre Angestellten ihren Hund mitbringen. Die Tierschutzaktivistin Lea Schmitz berichtet, dass in jedem Tierheim im Durchschnitt 40 Hunde auf eine neue Familie warten. „Dass sie nicht vermittelt werden können, liegt oft daran, dass die Interessenten einen Acht-Stunden-Tag haben und das Tier nicht so lange allein lassen wollen“, sagt die Biologin. In der Hoffnung, dass mehr Menschen Tierheim-Hunde adoptieren, organisiert der Deutsche Tierschutzbund regelmäßig die Aktion „Kollege Hund“. Sie sind am besten als Bürotiere geeignet, ist Schmitz überzeugt.

          Hund oder Fisch – etwas anderes geht kaum

          Kaum eine Katze lässt sich morgens in eine Transportbox setzen und an einen Ort fahren, wo sie immer wieder mit Fremden in Kontakt kommt. Auch Vögel und kleine Nager reagieren nach Ansicht von Lea Schmitz sensibel auf Krach. Sie brauchen regelmäßig Auslauf. Einen Wellensittich im Büro herumfliegen lassen, das geht nicht, findet Schmitz: Auch ein frei herumhoppelndes Kaninchen lebe im beruflichen Umfeld in Gefahr. „Das Einzige, was außer dem Hund noch möglich ist, wäre ein Aquarium mit Fischen“, sagt Schmitz. Dabei müsse im Büro geregelt sein, wer sie füttere, wenn der Mitarbeiter krank oder im Urlaub sei. Anwältin Saskia Steffen empfiehlt ohnehin, die Rechte und Pflichten des Tierhalters in einer separaten Vereinbarung festzuhalten. Der Arbeitgeber sei jedoch nicht dazu verpflichtet, eine solche schriftlich einzugehen: „Wenn es einen Betriebsrat gibt, hat dieser ein Mitspracherecht, wenn sich der Arbeitgeber grundsätzlich entscheidet, Hundehaltung im Büro zuzulassen“, sagt sie.

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