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Geplatztes Interview : Homeoffice mit Tücken

  • Aktualisiert am

Bild: BBC

So hatte sich der Politikprofessor Robert Kelly sein Interview mit der BBC bestimmt nicht vorgestellt: Mittendrin stürmten seine Kinder sein Homeoffice. Jetzt diskutiert das Netz über die moderne Arbeitswelt, statt über seine Thesen zu Korea.

          Das Thema Homeoffice ist immer für Debatten gut: Lässt sich zu Hause gut und konzentriert arbeiten? Sind die Arbeitnehmer produktiver, wenn man das Arbeiten zu Hause zulässt? Oder lädt es zum Schlendrian ein?

          An diesem Freitag sorgte das Homeoffice jedenfalls für eine Debatte mehr: In den sozialen Netzwerken geht gerade ein Video des Senders BBC um die Welt. Darin ist der Professor und Korea-Experte Robert E. Kelly zu sehen. Es sollte eigentlich um die aktuellen Geschehnisse nach der Billigung der Amtsenthebung von Park Geun-hye durch das Verfassungsgericht gehen. Doch jetzt geht die Debatte im Netz um etwas ganz anderes: Um zu Hause arbeitende Väter.

          Das kam so: Während des Live-Interviews, das aus dem Arbeitszimmer des Politikwissenschafts-Professors aufgenommen wurde, betritt zuerst seine kleine Tochter den Raum. Offensichtlich plant sie mit Papa zu spielen und hüpft fröhlich Richtung Schreibtisch. Der Interviewte bemerkt nichts, bis der BBC-Reporter ihn darauf hinweist, dass da offensichtlich gerade eines seiner Kinder den Raum betreten habe.

          Abwimmeln? Nicht so leicht...

          Während der Vater noch versucht, das Mädchen mit einer Handbewegung abzuwimmeln, kommt das kleinere Geschwisterkind, noch im Babyalter, in einer Lauflernhilfe in Richtung Schreibtisch gefahren. Anfangs versucht der Professor noch, das Interview trotz allem weiterzuführen, spätestens aber als eine Frau - vermutlich die Mutter - ins Bild gestürmt kommt und beide Kinder aus dem Zimmer trägt, verliert Kelly gänzlich den Faden, schmunzelt und entschuldigt sich mehrfach.

          Auf Twitter ließ die Diskussion um das Video nicht lange auf sich warten. Während viele es einfach nur lustig fanden, schlug eine Nutzerin vor, der Vater hätte noch souveräner sein und das Kind während des Interviews auf seinen Schoß nehmen sollen. Ob die Arbeitswelt für solch engagierte Väter tatsächlich schon bereit gewesen wäre, lassen andere Posts aber bezweifeln. Als „Homeoffice-Albtraum“ betitelte etwa der Kanal „Meedia“ die Szene. Noch krasser formulierte ein anderer Nutzer: „Kinder oder Karriere, beides geht nicht.“

          Fest steht: Die beiden Kinder waren offenbar traurig, dass Papa keine Zeit für sie hatte. Als er den Faden des Interviews wieder aufnimmt, ist aus dem Hintergrund das laute Weinen der enttäuschten Sprösslinge zu hören. Und am Ende setzt sich auf Twitter vor allem eine Meinung durch, die eine Nutzerin folgendermaßen zusammenfasst: „Unter uns arbeitenden Eltern sage ich Ihnen: Gut gemacht!“

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