http://www.faz.net/-gyl-96knl

Eliteuni und Erfahrung : Die besten Gründer sind die Streber

Finleap-Gründer Ramin Niroumand ist ein deutscher Vorzeige-Gründer. Er hat als Jahrgangsbester Abitur gemacht und neben seinem Studium schon für Deloitte gearbeitet. Bild: Finleap

Wer ein richtig umsatzstarkes Start-up gründen möchte, bricht am besten das Studium ab und tüftelt in der Garage? Von wegen! Die besten Gründer haben ganz andere Lebensläufe.

          Es ist das Ziel aller Unternehmensgründer: später mal ein Einhorn zu werden. So werden jene Start-ups genannt, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Rund 230 gibt es davon auf der Welt, die Übernachtungsplattform Airbnb zählt dazu, der Streamingdienst Spotify ebenso. Aus Deutschland sind der Modehändler Zalando und der Essenslieferdienst Delivery Hero Teil dieses illustren Kreises.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Was unterscheidet deren Gründer von anderen? Dieser Frage haben sich die Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin und die Beratungsgesellschaft Argo Brainworks angenommen und die Lebensläufe der insgesamt 180 Gründer der 100 wertvollsten Einhörner auf der Welt analysiert. Ihr Fazit: Das Bild des genialen Studienabbrechers, der wie einst Apple-Gründer Steve Jobs in einer Garage an seiner großen Idee tüftelt, kommt in der Realität eher selten vor. Ein hoher Bildungsgrad und Erfahrung als Angestellter in Unternehmen sind dagegen die besten Voraussetzungen.

          Die Ergebnisse im Detail: Nur 5 Prozent der Einhorn-Gründer sind Studienabbrecher, die große Mehrheit hat dagegen einen Abschluss und davon wiederum die meisten in einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang (57 Prozent). Betriebs- und Volkswirte sind knapp ein Drittel, der Rest Naturwissenschaftler. Einige wenige Philosophen sind auch dabei. Und die Einhorn-Gründer haben nicht irgendwo studiert: 15 Prozent kommen von der amerikanischen Elite-Universität Harvard, 12 Prozent aus Stanford. Immerhin: Deutschland ist mit der WHU in Vallendar und drei von dort stammenden Gründern auch vertreten.

          Erfahrung hilft

          83 Prozent der Gründer legen nicht direkt nach der Uni los, sondern waren vorher schon einmal angestellt, wenn auch im Schnitt nur zweieinhalb Jahre. Und auch das Gründen selbst bedarf offenbar der Erfahrung: Mehr als die Hälfte hat vor ihrem Einhorn schon ein anderes Unternehmen gegründet, mancher sogar mehrere.

          Dass Gründen keine Frage des Alters ist, beweist nach der Studie David Hindawi: Er gründete erst mit 62 Jahren sein IT-Unternehmen Tanium und schaffte es damit in den Kreis der „Unicorns“. Der Versuch etablierter Konzerne, mit eigenen Start-ups Facebook & Co. Konkurrenz zu machen, geht dagegen noch nicht ganz auf: Nur 5 Prozent der Einhörner stammen bislang aus großen Unternehmen.

          Weitere Themen

          Das Hoffen auf große Börsengänge

          Geldanlage : Das Hoffen auf große Börsengänge

          Im vergangenen Jahr schafften weltweit so viele Firmen den Sprung an die Börse wie seit 2007 nicht mehr. Bei den Deutschen rufen aber Börsengänge selten Euphorie hervor. 2018 könnte sich das ändern.

          Die Trendkostüme im Karneval Video-Seite öffnen

          Von Trump bis Steam Punk : Die Trendkostüme im Karneval

          Trump, Einhorn, Star Wars - das sind einige Trends im Karneval 2018. Aber auch Klassiker wie Indianer-, Cowboy- oder Piratenkostüme laufen nach wie vor gut, wie in einem Spezialgeschäft in Köln zu erfahren ist.

          Die Unkaputtbaren Video-Seite öffnen

          Nischen im Einzelhandel : Die Unkaputtbaren

          Fotos? Instagram! Musik? Spotify! Klamotten? Zalando! Für fast jedes Bedürfnis gibt es eine App, die für den Nutzer bequem ist, aber traditionelle Geschäfte in den Ruin treibt. Wer überlebt, macht etwas richtig. Was genau?

          Topmeldungen

          Olympia im Liveticker : 1:1 – Hochspannung im Finale!

          Zwei Drittel sind in Pyeongchang gespielt! Und es ist noch alles drin für die deutschen Eishockey-Spieler im Olympia-Finale. Gegen die Russen steht es 1:1. Verfolgen Sie das Finale im Liveticker.
          Die rumänische Filmemacherin Adina Pintilie posiert mit ihrem Goldenen Bären

          Berlinale : Gefangen als Voyeur

          Der Goldene Bär für „Touch Me Not“ bei der Berlinale ist eine riesige Überraschung. In dem Film geht es um masturbierende Callboys, Transvestiten und Darkrooms. Der Ansatz ist beklemmend. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.