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Ehemalige Leistungssportler : Im Beruf erfolgreicher als Nicht-Athleten

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Wer als Sportler große Leistungen zeigte, tut das meist auch im späteren Beruf. Bild: dpa

Wer Sport auf höchstem Niveau betrieben hat, ist auch beruflich erfolgreicher. Das belegt eine Studie zweier Sportwissenschaftler. Die Gründe dafür liegen für sie auf der Hand.

          Wer sich dem Leistungssport verschreibt, muss oftmals viele Entbehrungen hinnehmen. Bereits in der Jugend nimmt der Sport einen großen Teil der Freizeit in Anspruch - die Befürchtung, dass Ausbildung und soziale Kontakte unter dem Leistungssport leiden können, ist daher nicht völlig unbegründet. Auf der anderen Seite ist der Sport in der Lage, nicht nur positive Effekte auf die Gesundheit der Athleten auszuüben. Charaktereigenschaften wie Ausdauer, Leistungsbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit oder Teamfähigkeit, die auch in der beruflichen Karriere außerhalb des Sports förderlich sein können, werden in verstärktem Maße ausgebildet.

          In einer von der Deutschen Sporthilfe unterstützten Studie gehen Leonie Giessing von der Universität Düsseldorf und Prof. Dr. Ralf Dewenter von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg der Frage nach, ob der Leistungssport einen positiven Einfluss auf den späteren beruflichen Erfolg der Athleten hat. Sie vergleichen dazu das monatliche verfügbare Einkommen von ehemals von der Sporthilfe geförderten Athleten mit dem entsprechenden Einkommen von Nicht-Athleten.

          Um ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen, wurden die Athleten mit einer Kontrollgruppe von Nicht-Athleten verglichen, die ansonsten gleiche Voraussetzungen aufzeigen wie die ehemaligen Leistungssportler. Es wurden also lediglich Personen miteinander verglichen, die sich jeweils in Geschlecht, Alter, Ausbildung, Arbeitsort und Familienstand gleichen. Auf diese Weise kann man den Einfluss anderer Größen auf das Einkommen minimieren, um letztendlich den Effekt des Leistungssports zu isolieren.

          Selbst Teamsportler profitieren

          Im Ergebnis der Studie zeigt sich ein klares Bild: Der geförderte Leistungssport hat nicht nur einen positiven Einfluss auf den beruflichen Erfolg der ehemaligen Athleten. Das monatliche Einkommen liegt im Schnitt sogar 700-800 Euro über dem der Nicht-Athleten. Ein Wert, der deutlich über dem liegt, der zu erwarten war. Ebenso zeigt sich, dass weibliche Athleten durchaus zu den männlichen Nicht-Athleten aufschließen können. Der Sport schließt also scheinbar die Einkommenslücke, die immer noch zwischen den Geschlechtern besteht.

          Und auch Teamsportler realisieren einen kleinen aber signifikanten Einkommensaufschlag im Vergleich zu den Athleten der Einzelsportarten.
          Das Ergebnis ist besonders interessant im Hinblick auf die anhaltende Diskussion um die Sportförderung. Zeigen Studien aus den Vereinigten Staaten einen Einkommensaufschlag ehemaliger Highschool-Sportler von oftmals nur einigen Prozent, so ist das Ergebnis dieser Studie deutlich stärker.

          Zwar ist unklar, welcher Teil der Einkommensprämien auf die Sportförderung zurückgeht oder ob der Grund vielmehr in der Ausübung von Leistungssport an sich zu sehen ist - sind es doch vor allem ausgewählte Leistungssportler, die in den Genuss der Förderung kommen - so ist dennoch überraschend, wie groß der Einkommensvorsprung der Athleten ist. Die Spitzensportförderung scheint also nicht nur einen kurzfristigen Effekt zu haben - auch langfristig erscheint es, dass die Athleten von der Förderung  profitieren.

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