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Digitalisierte Arbeitswelt : Bloß keine Computer-Nerds!

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IT-Kenntnisse: Note 1, Kommunikationsfähigkeit: Note 6 - so wäre eine treffende Beschreibung der Protagonisten der Serie „The Big Bang Theory“. Unternehmen sagen: Solche wollen wir nicht. Bild: Picture-Alliance

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in aller Munde. Doch auch noch so viele Computer können menschliche Arbeit nicht komplett ersetzen. Bleibt die Frage: Was müssen die Menschen künftig können? Wollen die Betriebe bald nur noch Nerds?

          Alle reden von Industrie 4.0 und davon, ob die Roboter uns künftig die Jobs wegnehmen. Doch was ist mit denjenigen Arbeitnehmern, die trotz aller Digitalisierung in den Unternehmen gebraucht werden? Was müssen sie können? Was sollten sie noch lernen? Und wie können die Unternehmen sie dabei unterstützen?

          Zu diesen Fragen hat das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft eine repräsentative Studie gemacht, die das Bundeswirtschaftsministerium gefördert hat. 1400 Personalleiter und Geschäftsführer standen dafür Rede und Antwort. Dabei kam heraus: Computerkenntnisse reichen bei weitem nicht aus. Zwar erwarten zwei Drittel der schon heute stark digitalisierten Unternehmen von einem Großteil ihrer Belegschaft künftig IT-Fachwissen. Aber auch soziale Kompetenzen werden immer wichtiger.

          „Flexibler, dezentraler, selbständiger“

          „Klar ist: Wer sich in einem digitalen Arbeitsumfeld bewegt, muss mit der entsprechenden Technik umgehen können“, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes. „Das reicht aber noch nicht, denn das Internet macht die Arbeit zeitlich flexibler, dezentraler und selbständiger.“ Dies ermögliche neue Formen der Zusammenarbeit. Arbeitnehmer müssten sich zum Beispiel künftig noch besser selbst organisieren können. Auch das miteinander Reden wird immer entscheidender: Kommunikationsfähigkeit ist gefragter denn je.

          Auch was die Unternehmen heute schon dafür tun, sich für die digitalisierte Arbeitswelt zu rüsten, wurde in der Studie abgefragt. Damit Beschäftigte zum Beispiel berufliches Erfahrungswissen aufbauen, erhalten und weiterentwickeln können, setzen Firmen unter anderem auf altersgemischte Teams und den systematischen Wissenstransfer. Jedes zweite der stark digitalisierten Unternehmen ist in dieser Hinsicht schon gut aufgestellt, aber nur jedes vierte der wenig digitalisierten Unternehmen.

          Bei der Frage, wie und wo die digitalen Fähigkeiten an sich vermittelt werden sollen, fällt das Votum der Firmen eindeutig aus: Mehr als acht von zehn der heute schon stark digitalisierten Betriebe wünschen sich: Schulen und Unis sollen mehr Computerkenntnisse lehren. Sie sollten auch die Medienkompentenz von Schülern und Studenten stärken. Denn der verantwortungsbewusste berufliche Umgang mit dem Internet werde für viele Beschäftigte immer wichtiger.

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          Die Studie wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

          Quelle: nab.

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