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Wettbewerb um Mitarbeiter : Endlos-Urlaub in Neuseeland

Wandern in Neuseeland ist traumhaft. Hart arbeiten sollen die Mitarbeiter aber zwischendurch bitteschön auch noch! Bild: Picture-Alliance

Ein Spieleentwickler ködert Bewerber mit großen Versprechen: Endlos-Urlaub ohne Zeitlimit. Was will er damit bezwecken?

          Ist es mehr als ein Werbegag, um begehrte Mitarbeiter anzulocken? Ein Videospiel-Hersteller vom Ende der Welt verspricht unbegrenzten bezahlten Urlaub, beteiligt die Entwickler am Gewinn und bietet seinen Mitarbeitern Fitnesstrainer während der Arbeitszeit. Rocketwerkz im Städtchen Dunedin auf der Südinsel Neuseelands macht einiges anders als andere. Gründer Dean Hall ist in Kreisen von Videospielern und -erfindern kein unbeschriebenes Blatt.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Er war der führende Entwickler des Apokalypse-Spiels Day-Z. Er begrenzt sein Gehalt auf 10 Prozent über demjenigen, das sein teuerster Entwickler ausbezahlt bekommt. Interessanter erscheint Bewerbern aus allen Teilen der Welt allerdings das Urlaubsversprechen des Neuseeländers: „Unbegrenzter, bezahlter Urlaub bedeutet nichts anderes als die Freiheit, so lange wegbleiben zu können, wie die Arbeit noch getan wird“, erklärt er. Letztlich werde das mit dem jeweiligen Team abgesprochen. „Am Ende machen wir ein gutes Geschäft: Wenn wir Leute gewinnen, die die Arbeit für ein Jahr in einem einzigen Monat erledigen - wow! Stellen Sie sich vor, wir führten ein ganzes Unternehmen mit solchen Leuten.“

          Um Mitarbeiter wirbt Hall mit einer weitgehend weißen Website. Die zeigt nur das Logo der Firma. Interessenten werden aufgefordert, sich bei einer E-Mail-Adresse für eine geheime Mission zu bewerben. Inzwischen interessieren sich Entwickler von allen Kontinenten für den Arbeitsplatz. „Wir wollen nicht, dass unsere Leute darum bangen, genug Zeit herauszuschlagen, um dann ein paar Tage freizunehmen“, sagte der 35 Jahre alte ehemalige Soldat in einem Interview. „Jeder muss vier Wochen Urlaub nehmen, um seine Batterien aufzuladen. Aber darüber hinaus können sie gehen, wenn sie Zeit brauchen, etwa weil eine Scheidung sie beschäftigt, sich ein Todesfall ereignet hat oder weil sie zum Arzt müssen. Ich betrachte mich als eine Art Kommandeur, ich will, dass unsere Leute glücklich und leistungsfähig sind.“

          „Entspannt zurück zum Arbeitsplatz“

          Aus 40 Mitarbeitern sollen aufgrund der guten Arbeitsbedingungen bis Jahresende rund einhundert werden. „Weil wir ihnen die bezahlte Zeit geben, ihre Privatangelegenheiten in Ordnung zu bringen, kommen sie dann entspannt zurück zu ihrem Arbeitsplatz“, sagt der frühere Luftwaffenoffizier. Der Neuseeländer Hall hatte lange Zeit nach dem besten Platz für seine junge Firma gesucht. Er wählte die kleine Universitätsstadt Dunedin auf der Südinsel von Neuseeland, wo Mieten noch niedrig und Grundbesitz nach wie vor erschwinglich ist. Auch werden dort Firmengründungen besonders gefördert.

          Der politische Oppositionsführer Andrew Little versprach, wenn seine Labour Party die Wahlen im September gewinne, werde sie 10 Millionen Neuseeland-Dollar (6,76 Millionen Euro) in die Spieleindustrie in Dunedin pumpen, um daraus eine Branche mit einer Milliarde Dollar Umsatz hochzuziehen. Auf Dauer, so hofft Hall, werde die Spieleindustrie Neuseelands so einflussreich wie seine Filmindustrie, die Streifen wie den „Herrn der Ringe“ hervorgebracht hat.

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