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Coaching oder Training : Wer kennnt schon den Unterschied?

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Was ist das Ziel, wie wollen Sie dorthin? Bild: Andrew Doran - FOTOLIA

In der Weiterbildungsbranche schwelt ein Streit über Begriffe: Was kann ein Coaching, was soll ein Training? Läßt sich beides verbinden? Eine Profession auf der Suche nach Definitionen. Mittendrin: der Personalprofi.

          In der Weiterbildungsbranche schwelt seit langem ein Streit über Aufgaben und Angebote, die Coaches oder Trainer bieten - eine Profession auf der Suche nach Definitionen. Klare Begriffstrennungen zwischen Coaching und Training liegen bislang nicht vor. Das erschwert Personalverantwortlichen die Auswahl. Erschwerend kommt hinzu, daß die Branche immer häufiger Coachings mit Trainings verbindet. Vor allem methodische Unterschiede machen Orientierung erst möglich.

          Der Unternehmensberater und Coach Horst Rückle ist seit mehr als 30 Jahren im Geschäft und einer der Branchen-Pioniere. Er beschreibt Coaching als gesamtheitliche Maßnahme: „Der Coach begleitet seinen Klienten, den Coachee, auf seinem Berufsweg, im Sinne eines wohlwollenden Kümmerns. Coaching bezeichnet damit zumeist einen mehr oder weniger langfristigen Prozeß.“ Anlässe können Probleme oder neue Aufgaben sein.

          Meist nehmen Führungskräfte diese Beratung in Anspruch. Gecoacht werden sie von einem speziellen Anbieter oder einer ausgebildeten Führungskraft aus dem Unternehmen. Die Formen reichen vom Einzel- und Teamcoaching bis hin zu speziellem Management- oder Fachcoaching.

          Coaching: Kein vorrangig psychologischer Ansatz

          Die Themen können je nach Bedürfnis des Beratenen sehr verschieden sein. Das Gespräch wird sich aber immer darum drehen, wie er beispielsweise auf seine Umgebung wirkt, warum er sich in einer bestimmten Weise verhält, wie er sich in seinem Arbeitsumfeld fühlt oder warum er Probleme im Job hat.

          Coaching sei jedoch kein vorrangig psychologischer Ansatz, gibt Bernd Schmid zu Bedenken, Präsidiumsvorsitzender des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V.. Gerade weil der Coachee immer im Bezug auf sein soziales Umfeld und seine Arbeitsbedingungen beraten wird. Coaches müssen beispielsweise Einblicke in das Berufsfeld des Klienten haben und Kenntnisse in der Organisationsentwicklung besitzen.

          Der Feldafinger Coach und Arzt Thomas Dietz hebt einen weiteren Aspekt am Coaching hervor: „Der Beratende paßt sein Vorgehen den Erwartungen und Bedürfnissen des einzelnen Coachees und des Auftraggebers an.“ Der Coachee bestimmt, wohin die Reise gehen soll und wie er zum Ziel kommen will.

          Trainings mit vorgegebenen Inhalten

          Ein Trainer hingegen gibt in Seminaren und Workshops in Absprache mit dem Unternehmen, Lerninhalte vor, erklärt Thomas Dietz. Und Horst Rückle stellt klar: „Training entwickelt geistige Fähigkeiten und übt körperliche Fertigkeiten ein“. Klassische Trainings sind Verkaufsseminare, Zeitmanagement oder Rhetorikkurse.

          Obwohl ein professioneller Trainer auf den Bedarf seiner Teilnehmer eingeht, coacht er diese noch lange nicht. Weder berät er sie so intensiv noch hinterfragt er die Persönlichkeiten seiner Teilnehmer so tiefgehend wie in einer Beratung.

          Es gehört zu den Aufgaben eines Anbieters, mit dem Personalverantwortlichen vorher zu klären, ob ein Coaching oder ein Training sinnvoll ist. Thomas Dietz hat dabei die Erfahrung gemacht, daß Firmen vor allem emotionale und soziale Basiskompetenzen bei ihren Mitarbeitern erweiterten wollen. Da braucht es kein Coaching. Denn wie zum Beispiel Teamarbeit organisiert wird oder wie sich Mitarbeiter nach Mißerfolgen mehr motivieren können, vermitteln auch Persönlichkeitstrainings.

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