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Burnout bei Führungskräften : Die doppelte Belastung

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Gestresste Helfer: Führungskräfte sollen Mitarbeiter vor psychischem Druck schützen - und arbeiten selbst oft bis tief in die Nacht Bild: dpa

Unternehmen haben enorme Kosten durch psychische Störungen. Führungskräfte sollen Abhilfe schaffen - doch sie sind selbst häufig betroffen.

          Irgendwann schnappt die Falle zu. So wie bei Frank Berndt. Der Theologe arbeitete zehn Jahre lang als Führungskraft in einer diakonischen Einrichtung. Er nahm sich die Arbeit zu Herzen: die vielen Aufgaben, die getan werden mussten, die Mitarbeiter, die ohnehin schon überlastet waren. Erst lief er heiß, dann brannte er aus, wie er sich ausdrückt.

          Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter psychischen Störungen - insbesondere auch leitende Angestellte. Jüngstes Beispiel: Der Fußballtrainer Ralf Rangnick, der wegen eines Erschöpfungssyndroms am Donnerstag seinen Rücktritt beim FC Schalke 04 verkündete. Sein Energielevel reiche nicht aus, um erfolgreich zu sein, lautete seine Erklärung. Aber auch unter weniger prominenten Arbeitnehmern hat sich die Zahl derer, die am Burn-out-Syndrom und anderen seelischen Störungen erkranken, seit 1994 mehr als verdoppelt. Zwar wird dies zum Teil auch auf Veränderungen bei der ärztlichen Diagnose zurückgeführt, aber auch die Arbeitsbedingungen in der modernen, digitalisierten und globalisierten Welt tragen nach Ansicht der meisten Fachleute zu der starken Zunahme bei. 36 Prozent der Arbeitnehmer empfinden heute das hohe Arbeitstempo als starke Belastung. Sieben der zehn am häufigsten genannten Belastungen am Arbeitsplatz beziehen sich auf psychische Faktoren.

          Führungskräfte sind gleich in doppelter Hinsicht von der Burn-out-Thematik betroffen: Als engagierte Arbeitskräfte, die sich nur selten Pausen gönnen, sind sie oftmals selbst gefährdet - zumal viele Unternehmen inzwischen auch auf den Führungsebenen Personal einsparen und sich der Druck auf die Verbliebenen erhöht hat. Und auf der anderen Seite tragen sie Verantwortung für ihre Mitarbeiter, die sie nicht dauerhaft einer Überbelastung aussetzen dürfen.

          Die Nachfrage nach Seminaren zum Thema Burn-out ist groß

          Frank Berndt hat diesen Zwiespalt selbst erlebt. Heute hilft er anderen, damit zurechtzukommen. Nachdem er Ende der neunziger Jahre ausgebrannt war, besuchte er eine Führungsakademie und machte eine Fortbildung zum individualpsychologischen Coach. Seit 2005 leitet er hauptberuflich die von ihm gegründete Burn-out-Fachberatung. Er und sein Team bieten Präventionsseminare an und beraten Mitarbeiter in Einzelcoachings.

          Eines der Unternehmen, mit denen er zusammengearbeitet hat, ist der IT-Dienstleister Datev. „Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit Stressbewältigung“, sagt der Leiter der Weiterbildungsabteilung der Datev, Knut Eckstein. Die Nachfrage nach Seminaren zum Thema Burn-out sei groß. Mittlerweile würden neue leitende Angestellte sogar verpflichtet, ein Seminar zu dem Thema „Führungskräfte als Gesundheitsmanager“ zu belegen.

          Manager sollen fürsorglich sein, leiden aber selbst unter zu viel Arbeit

          Führungskräfte als Gesundheitsmanager, als fürsorgliche Vorgesetzte? Das ist eine große Herausforderung. Denn oft arbeiten sie selbst bis zur Grenze der Belastbarkeit. An mehr als acht Tagen im Jahr gehen leitende Angestellte durchschnittlich krank zur Arbeit. Und dennoch: Sie haben eine Schlüsselrolle bei der Prävention psychischer Erkrankungen.

          Werner Kissling, Leiter des Centrums für Disease Management an der TU München, beschäftigt sich schon lange mit dem Phänomen des Burn-out-Syndroms. Sein Institut hat in den vergangenen Jahren 150 Unternehmen betreut. An oberster Stelle steht für Kissling dabei die Schulung von Führungskräften. Sie sollen lernen, was es mit psychischen Störungen auf sich hat, wie sie Anzeichen für ein Ausbrennen erkennen können und wie sie mit Betroffenen umgehen sollten. „Wir versuchen darauf hinzuwirken, dass Führungskräfte nicht von ihren Mitarbeitern verlangen, am Wochenende Mails zu beantworten oder im Urlaub das Handy eingeschaltet zu lassen“, sagt Kissling.

          Psychische Störungen von Mitarbeitern kosten die Unternehmen Millionen

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