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Bewerben bei Google und Co : Sie wollen zu uns? Ab in den Mixer!

  • -Aktualisiert am

Auf Messeres Schneide: Wer zum Wunscharbeitgeber möchte, darf um schlagfertige Antworten nicht verlegen sein. Bild: Helmut Fricke

Wer bei Google, Apple oder Facebook arbeiten möchte, muss einen Interviewmarathon überstehen. Die Fragen sind schwierig, besonders wenn es persönlich wird. Wie kommt man durch?

          Stellen Sie sich vor, Sie werden auf die Größe einer Fünf-Cent-Münze geschrumpft und in einen Mixer geworfen. Der Mixer geht in einer Minute an. Was tun Sie, um zu überleben?“ Eine Denksportaufgabe wie diese ist wahrscheinlich das Schlimmste, was einem in einem Bewerbungsgespräch passieren kann - es sei denn, man ist in der Lage, ruhig zu bleiben und sinnvoll darüber nachzudenken. Stress aushalten, querdenken, neue Ideen entwickeln, schlau sein: Gerade wer bei angesagten Arbeitgebern wie den Internetgiganten Apple, Google oder Facebook arbeiten möchte, musste sich oft auf solche Fragen gefasst machen, um gegen die harte Konkurrenz zu bestehen.

          Die Arbeitgeberrankings zeigen es deutlich: Google, Apple und Facebook gehören nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt zu den beliebtesten Arbeitgebern unter Einsteigern. Das Trendence-Institut befragt jedes Jahr rund 50.000 Schüler, Absolventen und Berufstätige. Google landete dabei sowohl unter Informatikern wie auch unter Betriebswirten auf dem ersten Platz, auch Apple schaffte den Sprung aufs Podest. Unter den Studienabgängern, die nach ihrer ersten Stelle suchen, achtet die überwiegende Mehrheit darauf, dass der Arbeitgeber und seine Unternehmenskultur zu ihnen passen. Wenn nicht, würden über die Hälfte von ihnen eine angebotene Stelle ablehnen, zeigt die Trendence-Studie.

          Das erklärt unter anderem, warum Facebook, Apple und Google so gefragt sind bei jungen Arbeitnehmern: Sie bieten flexibles Arbeiten, gleichgesinnte Kollegen, flache Hierarchien, gute Einstiegsgehälter.

          Ausgeklügeltes Auswahlsystem

          Sage und schreibe zwei Millionen Bewerbungen landen allein bei Google jedes Jahr in den Posteingängen derer, die für die Einstellungen verantwortlich sind. Die richtige Auswahl zu treffen ist nicht leicht, dazu braucht es ein ausgeklügeltes System. Carolin Ochsendorf arbeitet seit 2005 als Recruiterin für den amerikanischen Konzern in Europa: „Die Fragen, die wir stellen, sollen zum Denken anregen. Klassische Denksportaufgaben gibt es bei uns aber nicht mehr. Die haben die Bewerber abgelenkt, und die Antworten waren wenig aussagekräftig. Stattdessen entwickeln wir immer neue Fragen, gerade damit man sich nicht akribisch darauf vorbereiten kann.“

          Welche das sind, verrät Google deshalb nicht. Nur so viel: Nach den drei Stärken und den drei Schwächen eines Interviewpartners fragt Ochsendorf nicht. Die Antworten wären zu erwartbar. Vielmehr interessiere sie, was jemand aus seinem größten Misserfolg gelernt hat. Weil es schon eine Menge darüber aussage, was jemand überhaupt als Misserfolg bewerte und wie reflektiert er damit umgeht: Würde er oder sie heute in einer vergleichbaren Situation anders handeln?

          Auch ein aktuelles Problem, das den Bewerber in ähnlicher Form erwarten könnte, wenn er eine Zusage bekommt, werde gerne diskutiert: „Ob jemand gute Ideen hat, wie man es lösen könnte, merkt man dann sehr schnell“, sagt Ochsendorf.

          Den Nerv haben, Rückfragen zu stellen

          Auf einem Plattenteller steht ein Glas mit Wasser. Nun dreht sich der Teller immer schneller. Was passiert als Nächstes: Rutscht das Glas zuerst vom Teller, kippt es um oder schwappt das Wasser über den Rand? Auf dem amerikanischen Jobportal Glassdoor schreibt ein Absolvent über dieses Rätsel aus seinem Vorstellungsgespräch bei Apple, es folgt eine detaillierte Analyse weiterer Benutzer - einer von ihnen musste dieselbe Frage bei Amazon beantworten - zu den Antwortmöglichkeiten. Quintessenz: Es kommt darauf an. Wie voll das Glas ist und wie weit am Rand vom Plattenteller es steht. Wer es schafft, im Interview laut darüber nachzudenken und sogar Nerven genug hat, um Rückfragen zu stellen, ist schon auf dem richtigen Weg.

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