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Berufliche Weiterbildung : Lernen für mehr Gehalt

Fortbildungen sind nicht nur eine gute Abwechslung zum Berufsalltag. Bild: picture alliance / dpa Themendie

Wer sich im Beruf weiterbildet, kann mit mehr Gehalt und einem Karriereschub rechnen. Denn es eröffnen sich Perspektiven, die sonst Hochschulabsolventen vorbehalten sind.

          Berufliche Weiterbildung nutzt der Karriere und lohnt sich auch finanziell. Dies ist nicht nur Wunschdenken, sondern in vielen Fällen auch die Wirklichkeit, wie eine neue Erhebung des Industrie- und Handelskammertages (DIHK) belegt: Von 11.000 befragten Arbeitnehmern, die eine berufliche Weiterbildung abgeschlossen haben, berichteten knapp zwei Drittel anschließend von „positiven Auswirkungen“ auf ihre Karriere. Aus dieser Gruppe wiederum berichteten drei Viertel, dass sie aufgestiegen seien oder mehr Verantwortung bekommen hätten; 69 Prozent erhielten auch mehr Geld.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Insgesamt absolvieren jedes Jahr etwa 50.000 Teilnehmer von sogenannten Aufstiegsfortbildungen im Sinne des Berufsbildungsgesetzes ihre Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer; dies sind zum Beispiel Fortbildungen zum Industriemeister oder Fachwirt. Laut DIHK sind die Teilnehmerzahlen seit Jahren konstant. Unter dem Strich nehme damit im Durchschnitt jeder fünfte Arbeitnehmer mit dualem Berufsabschluss später an einer solchen Weiterbildung teil. Nach Vorstellung von DIHK-Präsident Eric Schweitzer könnten es in den nächsten Jahren aber noch deutlich mehr werden. „Die berufliche Aus- und Weiterbildung bietet sehr gute Perspektiven, die mit denen von Hochschulabsolventen durchaus Schritt halten können“, kommentierte er die Analyse.

          Auch die IG Metall will mehr Weiterbildung

          Die Kammern sehen den seit einiger Zeit zunehmenden Drang der Schulabgänger an die Universitäten mit Sorge, weil sich im Gegenzug der Mangel an praktisch geschulten Facharbeitern zu verschärfen droht. Auch nach den Hochrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Zeit bis 2020 hat sich der absehbare Mangel an akademisch gebildeten Fachkräften in jüngster Zeit eher entschärft, nicht so jedoch der Mangel in den klassischen Facharbeiterberufen.

          Wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen, schaffen etliche Weiterbildungsteilnehmer durchaus ansehnliche Gehaltssprünge: Mehr als jeder fünfte Absolvent hatte anschließend mindestens 450 Euro im Monat mehr auf dem Lohnkonto, mehr als jeder zehnte Absolvent verbesserte sich sogar um mindestens 750 Euro. Absolventen mit ausländischen Wurzeln profitierten sogar leicht überdurchschnittlich von ihrer Weiterbildung, von ihnen schafften annähernd 30 Prozent einen Gehaltssprung um mindestens 450 Euro.

          Neben den Kammern hat sich in diesem Jahr auch die Gewerkschaft IG Metall das Ziel gesetzt, die berufliche Weiterbildung zu stärken. Sie will in der kommenden Tarifrunde für die insgesamt 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie eine sogenannte Bildungsteilzeit durchsetzen: Arbeitnehmer hätten dann die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit im Beruf für einige Jahre etwa auf die Hälfte zurückzufahren, wenn sie eine Weiterbildung machen; ihr Lohn würde in dieser Phase aber nur um etwa 15 oder 20 Prozent sinken. Die Arbeitgeberverbände sind wenig erfreut. Neue Teilzeit- oder Freizeitansprüche der Arbeitnehmer könnten nicht die Antwort auf zunehmenden Fachkräftemangel sein, argumentieren sie.

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