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Arbeitswege : Das Landleben ist meist ein Pendlerleben

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Pendleralltag: Der Tag beginnt frühmorgens mit Stau. Bild: dpa

Wer sich den Traum vom Wohnen im Grünen verwirklicht, muss dafür oft mit längeren Arbeitswegen bezahlen. Das zeigt eine neue Auswertung des Landwirtschaftsministeriums. Weniger grün ist hingegen meist die Wahl des Verkehrsmittels: Pendler lieben das Auto.

          Wer in Deutschland auf dem Land lebt, muss im Durchschnitt 19 Kilometer zu seinem Arbeitsplatz zurücklegen. Am weitesten pendeln die Brandenburger, die einen Arbeitsweg von durchschnittlich 25 Kilometern haben, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. 20 Kilometer oder mehr müssen demnach auch die Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz im Durchschnitt zurücklegen. Dagegen ist der durchschnittliche Arbeitsweg in großen Städten wie Hamburg oder Berlin nur elf Kilometer lang.

          Auf dem Land pendeln den Angaben zufolge mehr als 40 Prozent der Beschäftigten über Kreisgrenzen hinweg zur Arbeit. Dabei müsse allerdings die unterschiedliche Größe der Landkreise beachtet werden, teilte das Ministerium mit. In den Ballungszentren liege die Quote bei etwa einem Drittel.

          Das Ministerium stützt seine Angaben auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung aus den Jahren 2009 und 2011.

          Etwas aktuellere Zahlen (bis zum Jahr 2012) hat das Hamburgische Welt-Wirtschafts Institut (HWWI) in eine zeitgleich veröffentlichte Studie einfließen lassen. Der Untersuchung zufolge hat sich das Pendelverhalten der Deutschen seit 1996 kaum verändert - jedenfalls was die Wahl der Verkehrsmittel angeht. Gut zwei Drittel aller Pendler fahren mit dem Auto, 14 Prozent dem öffentlichen Personennahverkehr und 17 Prozent sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.

          Was sich laut HWWI allerdings verändert hat, ist die zum Pendeln aufgewendete Zeit: 23 Prozent der Pendler brauchen mittlerweile länger als eine halbe Stunde für den Arbeitsweg, 5 Prozent sogar länger als eine Stunde. 1996 hatten nur 17 Prozent der Pendler mehr als eine halbe Stunde Anfahrtszeit zur Arbeit aufgewendet. Wer auf dem Land wohnt nutzt übrigens meist bevorzugt das Auto, Städter wählen eher Bus und Bahn. Kein Wunder, findet das HWWI: Oft gibt es abseits der Städte schlicht kaum öffentliche Verkehrsmittel oder nur schlechte Verbindungen.

          Quelle: FAZ.NET mit AFP

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