http://www.faz.net/-gyl-8cdzb

Junge Mitarbeiter : Generation Weichei? Kein Problem!

  • -Aktualisiert am

Auf Mitarbeiterfang: Die Drogeriekette DM ködert die Generation Y mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen. Bild: obs

Klischees über die Generation Y gibt es reichlich. Zwei Beispiele zeigen, wie sich Unternehmen mit den hohen Ansprüchen von jungen Mitarbeitern arrangieren.

          Was ist nicht schon alles über die Generation Y geschrieben worden: Deren Vertreter, rund 20 bis 35 Jahre alt, seien wählerisch, unentschlossen und wollten an Arbeit nur machen, was ihnen Spaß bereite und Sinn vermittle. Sie möchten mehr von den Chefs umworben werden als jede Generation zuvor. Aber Längsschnittanalysen bestätigen die Klischees über die verspottete „Generation Weichei“ nicht. „Auffällige Unterschiede wie bei der Loyalität sind Alters- und nicht Generationeneffekten geschuldet“, sagt Torsten Biemann, Wirtschaftswissenschaftler und Forscher an der Universität Mannheim für Management und Führung.

          Der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance ist bei den Jüngeren jedoch ausgeprägter. „Generationenübergreifend fordern die Beschäftigten hingegen Wertschätzung, möchten auf Augenhöhe geführt werden und genug über die Hintergründe zu Entscheidungen im Unternehmen wissen“, sagt Biemann weiter.

          Zugleich haben sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt geändert. „Aufgrund der guten Lage und des demographischen Wandels können Bewerber mit begehrten Kenntnissen fordernder auftreten und ihre Ansprüche besser durchsetzen“, sagt der Forscher. „Zumal sie über die sozialen Medien abgleichen können, ob die Firmenkultur und ihre Werte übereinstimmen.“ Zwei Fallbeispiele zeigen, wie Unternehmen damit umgehen:

          Warum Ortliebs Stil junge Mitarbeiter anlockt

          „Bei uns entscheiden die neun Teamleiter mit ihren Leuten darüber, ob ein Bewerber mit seiner Einstellung zum Bereich passt und ihn befruchten kann“, sagt Wolfgang Paulus, Geschäftsführer der Firma Ortlieb, einem Hersteller für Fahrradtaschen und andere Sportartikel im mittelfränkischen Heilsbronn. „Die Stellenanzeige gibt dem Team nur die gewünschten Fähigkeiten vor - wir brauchen für die Markenqualität fachlich gute Leute.“ Dabei sei die Auswahl aufwendiger geworden: Die flache Hierarchie im Betrieb und der Kumpelton in der Outdoorbranche locke immer mehr Bewerber an.

          Führung auf Augenhöhe bedeutet für den Geschäftsführer des 1982 gegründeten Unternehmens zudem, dass die 174 Mitarbeiter mehr als anderenorts für ihr Tun einstehen müssen. „Wir bauen eigene Werkzeugmaschinen zusammen“, sagt er. „Gesetzlich zeichne ich für deren Sicherheit verantwortlich, aber intern unterschreibt auch jeder Mitarbeiter für seinen Part.“ Nicht nur, damit sich alle in der Pflicht fühlen. „Es macht eine Maschine zum Produkt unserer Leute, und dadurch wächst die Motivation“, ist er überzeugt.

          Im Kontrast zum Tenor vieler Umfragen beobachtet Paulus eine größere Neigung auch der jüngeren Mitarbeiter, Verantwortung zu übernehmen. „Wie früh sie etwa in der Produktentwicklung bereit sind, Budgets über 50 000 Euros auszugeben und kompetent zu steuern, erstaunt mich“, sagt er. „Früher war das für viele noch ein großer Schritt.“

          Weitere Themen

          Spektakel garantiert

          Rod-Laver-Cup im Tennis : Spektakel garantiert

          Nur ein Showturnier? Das weisen die Hauptdarsteller beim ersten Rod-Laver-Cup weit von sich. Alle Stars gehen die Sache auf dem schwarzen Tennisplatz mit großem Engagement an.

          Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell Video-Seite öffnen

          Fahrbericht : Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

          Schon vierzig Jahre lang verkörpert der Mercedes-Benz-Kombi der oberen Mittelklasse das Sinnbild des großen, komfortablen Reisewagens mit üppigem Gepäck. Daran wird auch in der sechsten Generation nicht gerüttelt, genauso wenig wie an der Preisgestaltung.

          Topmeldungen

          FAZ.NET-Wahlanalyse : Merkel und die Koalition der Zufriedenen

          Der Einzug der AfD in den Bundestag wurde nicht nur durch ihr gutes Abschneiden in Ostdeutschland möglich. Wer sind die Unterstützer der Rechtspopulisten? Und warum war die AfD in Bayern so erfolgreich? Die Wahlanalyse.

          Die Wahl im Liveblog : Beifall und Blumen für Merkel

          Existenzrecht Israels: Gauland zweifelt an deutscher Staatsräson +++ Seehofer stellt Bündnis aus CDU und CSU zur Debatte +++ FDP und Grüne planen Mitgliederentscheid zur Jamaika-Koalition +++ Aktuelle Entwicklungen im FAZ.NET-Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.