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Ab 48 Wochenstunden : Mehr Arbeit, mehr Alkohol

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Bier her, Bier her, oder ich fall um: Menschen, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, können ohne Alkohol nur noch schlecht abschalten, so eine Studie. Bild: dpa

Menschen, die überdurchschnittlich viel arbeiten, legen einen bedenklichen Umgang mit Alkohol an den Tag - und das weltweit. Bewiesen haben das nun die Finnen.

          Gegen das berühmte Feierabendbier mit den Kollegen ein oder zwei Mal die Woche ist sicher nichts zu sagen. Besonders wenn es im Betrieb hoch hergeht, kann der gemütliche Austausch mit Anderen etwas Entspannung bringen. Wer vom alltäglichen Arbeitsstress aber ohne Alkohol nicht mehr abschalten oder gar schlafen kann, der hat ein Problem: Männer, die mehr als 21 mal pro Woche Alkohol trinken, zeigen ein gesundheitsgefährdendes Trinkverhalten, bei Frauen genügen schon 14 Getränke (als Getränk zählt dabei ein kleiner Schnaps, ein kleines Bier oder ein Achtel Wein).

          Dass lange Arbeitszeiten die Gesundheit gefährden, da sie zu Bewegungsmangel, ungesundem Essverhalten und erhöhtem Alkoholkonsum führen, wurde bereits hinlänglich untersucht. Laut Studienleiterin Marianna Virtanen lieferten bereits frühere Studien Hinweise darauf, dass lange Arbeitszeiten mit einem ungesunden Lebensstil, wenig körperlicher Bewegung und mehr Alkohol in Zusammenhang stehen könnten. Diese Erhebungen wurden laut Marianna Virtanen vom Finnish Institute of Occupational Health jedoch nie in ihrer Gesamtheit untersucht oder mit unveröffentlichten Daten in Zusammenhang gebracht.

          Deshalb hat Virtanen mit 44 Kollegen Daten über Arbeitszeiten und Lebensgewohnheiten von mehr als 330.000 Personen aus 14 Ländern wie den USA, Großbritannien, Australien und Deutschland analysiert. Das Ergebnis, das im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlicht wurde: Menschen, die länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten, haben ein um 11 Prozent erhöhtes Risiko, zu starken Trinkern zu werden, bei 55 Stunden und mehr sind es bereits 12 Prozent. Dabei konnten die Autoren der Studie keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen, auch Alter, soziale und geografische Herkunft rufen den gesteigerten Alkoholkonsum nicht hervor, sondern eben lediglich das erhöhte Arbeits- und somit Stressaufkommen.

          Die Symptome, die so bekämpft werden, seien oft Stress, Depressionen und Schlafstörungen, so Virtanen. Mit Veröffentlichung der Studie wiesen die Autoren deshalb auf die Empfehlungen der European Union Working Time Directive (EUWT) hin. Gemäß dieser Richtlinie haben Arbeitnehmer in der EU das Recht, nicht mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Nun ist sicher unumstritten, dass viele Arbeitnehmer jedoch weit mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Und betroffen sind nicht nur Menschen in leitenden Positionen, sondern auch solche, die ihren Lebensunterhalt mit mehreren Jobs verdienen müssen.

          Die Autoren der Studie fordern deshalb bessere Aufklärung über die Risiken von erhöhtem Alkoholkonsum am Arbeitsplatz, da „die Hälfte der Erwachsenen einem Arbeitsverhältnis nachgehen“. Eine weiterführende Lösung für das Problem der überhand nehmenden Überstunden lieferte aber leider auch das Begleitschreiben zur Studie von Cassandra A Okechukwu von der Harvard-Universität nicht wirklich, die zusammenfassend auch nur forderte, das wöchentliche Arbeitspensum in Europa und anderen hochentwickelten Ländern herabzusetzen, um die Gesundheit von Millionen von Arbeitnehmern zu schützen. Eine Antwort auf das „wie“ blieb sie allerdings augenscheinlich schuldig.

          Quelle: evah./FAZ.NET

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