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Neue Befragung : Mehr Kinderbetreuung, weniger feste Arbeitszeiten

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Arbeit und Familie: Immer mehr Unternehmen kümmern sich um bessere Vereinbarkeit. Bild: picture alliance / Image Source

Für junge Arbeitnehmer gewinnen Familie und Freizeit an Bedeutung. Die Unternehmen reagieren offenbar. Vielerorts bieten sie mehr Familienleistungen, mehr Urlaub und mehr Sabbaticals - zumindest wenn man einer neuen Befragung glaubt.

          Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern so genannte Familienleistungen, also zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, die Vermittlung von Betreuungsplätzen oder die Möglichkeit einer Auszeit zur Pflege von Angehörigen. Das besagt eine neue Studie der Personalberatung Aon Hewitt. Außerdem steige die Bereitschaft der Unternehmen, Angestellten Sabbaticals zur Selbstverwirklichung zu gewähren und ihnen mehr Urlaub einzuräumen, als die gesetzliche Mindestzeit.

          An der Befragung, die der Studie zugrunde liegt, beteiligten sich von März bis April 2013 insgesamt 54 deutsche und multinationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland – von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zum Großkonzern. Die Studienteilnehmer kamen aus den verschiedensten Branchen, wobei überdurchschnittlich viele im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie und im Finanzwesen tätig waren.

          Das Ergebnis: Knapp 70 Prozent der Befragten bieten ihren Mitarbeitern Familienleistungen an. Das sind deutlich mehr als in der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen vermitteln ihren Mitarbeitern Betreuungs- oder Pflegehilfe für Kinder und Angehörige und übernehmen die anfallenden Vermittlungsgebühren. Die Hälfte bietet subventionierte Kindergartenplätze direkt im Betrieb oder in öffentlichen Einrichtungen, knapp 40 Prozent der Arbeitgeber organisieren Feriencamps und eine Not-Betreuung für Kinder. Werden Angehörige pflegebedürftig, ermöglicht ein Drittel der Unternehmen seinen Mitarbeitern eine Auszeit für die Pflege.

          Unbezahlter Urlaub und Investmentfonds für das Sabbatjahr

          Neben Pflegezeiten gibt es aber auch andere Anlässe im Leben eines Mitarbeiters, für die er sich eine Auszeit wünscht – etwa zur Weiterbildung, für eine Weltreise oder einfach nur, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. 61 Prozent der befragten Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern diese Möglichkeit – unabhängig von deren Position im Unternehmen.

          Am häufigsten kann unbezahlter Urlaub in Anspruch genommen werden, während der Arbeitsplatz gesichert bleibt. Knapp ein Drittel kann die Arbeitszeit reduzieren, arbeitet die erste Hälfte der vereinbarten Zeit vor und bleibt die zweite zu Hause – bei gleichbleibend reduziertem Gehalt über den gesamten Zeitraum. Stark an Bedeutung gewonnen hat das so genannte „Fondssparmodell“ – auch bekannt unter dem Namen „Zeitwertpapiere“: Der Mitarbeiter spart dabei in einem Arbeitszeitkonto Überstunden sowie nicht in Anspruch genommene Urlaubstage an und kann gegebenenfalls auch Gehaltsteile transferieren. Den so angesammelten Gegenwert legt das Unternehmen in einem Investmentfonds an, so dass er sich mit der Zeit weiter erhöhen kann. Während der Sabbatzeit wird der Mitarbeiter dann aus diesem Fonds bezahlt.

          Außerdem gewähren inzwischen 96 Prozent ihren Mitarbeitern mehr Urlaubstage als gesetzlich vorgeschrieben – 2011 waren es noch 78 Prozent. Im Durchschnitt können sich die deutschen Arbeitnehmer auf 29 Tage Urlaub freuen, fünf mehr als noch vor zwei Jahren. Die Arbeitszeiten werden darüber hinaus flexibler; oft gibt es Arbeitszeitkonten, bei denen Überstunden vor allem durch Freizeit ausgeglichen werden. 61 Prozent der Studienteilnehmer ermöglichen ihren Mitarbeitern zudem Sabbaticals – gut ein Fünftel mehr als 2009.

          Flexible Arbeitszeiten sind nicht mehr selten

          Insgesamt arbeiten tarifliche Mitarbeiter 38 Wochenstunden, außertarifliche 40 Stunden je Woche. Welchem Arbeitszeitmodell ein Arbeitnehmer dabei unterliegt, hängt vor allem von seiner Position ab. Geschäftsführung und Vorstand müssen sich nur in den seltensten Fällen an feste Arbeitszeiten halten, in 65 Prozent der Fälle werden ihre Stunden dafür aber gar nicht erst erfasst. Diese Vertrauensarbeitszeit gilt auch für die große Mehrheit der außertariflichen Mitarbeiter. Bei den tariflichen Arbeitnehmern halten sich feste Arbeitszeiten, Gleitzeit mit Kernarbeitszeit und keine Zeiterfassung die Waage.

          Mehr als die Hälfte hat flexible Arbeitszeiten, die größtenteils auf monatlicher Basis vereinbart werden. Die meisten tariflichen Mitarbeiter gleichen Überstunden durch zusätzliche Freizeit aus, gut ein Drittel kann sich einzelne Stunden auch vergüten lassen. Bei außertariflichen Mitarbeitern und der Geschäftsführung existieren in mehr als 40 Prozent der Fälle hierzu keine festen Regelungen.

          Quelle: FAZ.NET

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