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Bäcker ohne Mehl

19.10.2009 ·  Was isst man, wenn man kein Eiweiß verträgt? Jan Poensgen backt Brot und Kuchen ohne Eiweiß und hat damit eine Marktlücke geschlossen.

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Eines war immer klar: "Unser Brot muss aussehen, riechen und vor allem schmecken wie jedes andere Brot", sagt Jan Poensgen. Diesen Grundsatz hat schon sein Vater Fritz aufgestellt, als er vor rund 25 Jahren die Spezial-Diät-Bäckerei Poensgen im nordrhein-westfälischen Eschweiler gründete. Durch einen betroffenen Verwandten war dem angestellten Bäcker damals aufgefallen, dass das Lebensmittelangebot für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sehr spärlich war. Gluten, auch Klebereiweiß genannt, ist Bestandteil des Getreidkorns und für die Backeigenschaften von großer Bedeutung. Poensgen entwickelte eine spezielle Methode, durch die er auf die problematischen Substanzen verzichten und glutenfreie Backwaren herstellen konnte. Zunächst buk er seine Spezialbrötchen noch nach Feierabend. Doch bald schon reifte der Entschluss, sich selbständig zu machen und die Marktlücke zu schließen.

Heute führen seine beiden Söhne Jan, eine gelernter Landwirt, und René, ein ausgebildeter Bäcker, das Unternehmen mit seinen 30 Mitarbeitern. Für Allergiker ist die Zusammensetzung des Brotes entscheidend, erklärt der 26 Jahre alte Jan Poensgen. "Deshalb verwenden wir Stärke statt Getreidemehl." Um dennoch eine backfähige Substanz zu erhalten, müssen in der eigenen Mischanlage noch einige weitere Zutaten beigefügt werden, weshalb ein Poensgen-Brot mit 4,80 Euro je 750 Gramm rund ein Drittel teurer ist wie ein herkömmliches. Dank einer eigenen Abfüllanlage wird das Spezialmehl auch direkt an Großabnehmer und Endverbraucher verkauft. In einem eigenen kleinen Labor, intern "die Versuchsküche" genannt, werden neue Rezepturen und Artikel ausprobiert. Mittlerweile werden in Eschweiler auch Gebäck und Kuchen hergestellt. Echte Analysen, die auch die Grundlagen für die notwendigen Zertifizierungen sind, muss das Unternehmen dagegen in einem externen Labor vornehmen lassen. Den Großteil ihres Umsatzes erzielen die Poensgens nicht mit dem Direktverkauf, der nur eingeschränkt stattfindet, sondern mit dem Versandhandel. Unter den mittlerweile rund 7000 Kunden in der Kartei befinden sich viele Reformhäuser oder Spezialversender.

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