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Ausbildung Schlechte Übergänge von der Schule zum Beruf

 ·  Rund 300.000 Jugendliche befinden sich derzeit in der Warteschleife zwischen Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt. Das kostet viel Geld. Experten schätzen: fast vier Milliarden Euro.

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Andreas Neubert

Das kostet viel Geld. Experten schätzen: fast vier Milliarden Euro?

Wäre doch gelacht, wenn irgendwelche "Experten" nicht wieder alles und jedes in Cent ausdrücken könnten.

Wenn solche realitätsfernen Uni-Theoretiker dann allerdings über handfeste Berufspraxis(!) philosophieren, wirds unfreiwillig komisch.

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Ersin Demircan
Ersin Demircan (Ersin57) - 14.11.2012 00:52 Uhr

Von einem Azubi

Zurzeit mache ich eine Ausbildung beim Rosa Riesen. In meiner alten Realschule wurde nie richtig für die Ausbildung geworben, es kamen keine Arbeitgeber für Präsentationen sondern Berufskollegs, um sich vorzustellen und für das Abitur bzw. das Fachabi zu werben. Das konnte man am Ende auch am Ergebnis sehen: Nur 3 von 28 Schülern machten eine Ausbildung. Nur 4 von 28 hatten sich auch beworben. Der Rest macht zurzeit das Abitur bzw. das Fachabi. Das spiegelt sich ebenso in meiner jetzigen Klasse am Berufskolleg wieder : Ich bin der einzige der nach der 10. Klasse die Ausbildung anfing. Und das bei so einem Beruf wie Kaufmann im Einzelhandel. Was ich damit belegen möchte: Die Schüler werden zuwenig über die Ausbildung informiert. Meine alten Klassenkameraden sind erschrocken darüber, wenn ich erzähle, dass ich in einem Jahr mein Fachabi habe ( Nach der Ausbildung ) und nach 2 Jahren mein "richtiges" Abi. Diese Möglichkeiten werden den Schülern gar nicht mitgeteilt.

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Michael Scheffler

Aber immer wieder wird geschrien, dass wir Zuzug benötigen

Das ist ein Witz. Unsere eigene Jugend lassen wir versauern. Deutschland schafft sich ab.

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Boris Hollas

Niveauverlust an Schulen

Die "schlechten Übergänge" sind eine Folge des Niveauverlustes an den Schulen, quer durch alle Zweige. Wenn schon Abiturienten Probleme mit einfacher Zinsrechnung, Rechtschreibung und Textverständnis haben, was soll man dann von einem Hauptschüler erwarten? Und jemand, der nicht die nötige Disziplin besitzt, um zu Lernen und einen Schulabschluß zu schaffen, wird als Lehrling wohl kaum Glanzleistungen zeigen.

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 13.11.2012 18:44 Uhr

All das ist richtig - dennoch

denken wir an die Jugend in den PIIGS-Ländern, die dank der Folgen billiger EURO-Kredite auf Jahre hinaus keine Perspektive mehr hat. Man führe sich vor Augen: Es gibt kaum noch Kinder und die wenigen, die wir haben, wächst ohne Chancen heran: Griechenland 58% Jugendarbeitlosigkeit, Spanien 51%, Italien 38%, .... Die gesamte Eurokratie hat jämmerlich versagt.

10% Schulabbrecher bei uns sind ebenfalls katastrophal. Ebenso die geschilderte Tatsache, dass die Lehrer schon 12-jährige nicht mehr erreichen. Warum wohl?

Aber dafür haben wir eine ausgefeilte Sozialpolitik. Mit Geschenken wird der Wähler bei Laune gehalten. Gibt es irgendwo ein Problem: Brüssel oder Berlin schicken Geld. Mit Geld (Kredit) will man die probleme in Griechenland lösen, in Portugal, Spanien... Manchmal ist es besser, KEIN Geld zu geben. Aber wer denkt schon soweit?

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Hans Gross

Ein überbetriebliches Ausbildungsangebot für die "Ausgesonderten"

Horrende Zahlen - Schicksale! - nennt die FAZ. Diesen jungen Menschen ist ein Ausbildungsangebot - ausserbetrieblich, z.B. in Berufsschulen - unbedingt zu eröffnen und ohne die Zwangswarteschleifen der Agentur für Arbeit, in denen vielen das letzte Fünkchen Motivation geraubt wird. Es sollte den Bürokraten doch möglich sein, allen Schulabgängern, die ohne Ausbildungsplatz vor den Sommerferien dastehen, ein Angebot in einer Berufsschule zu machen. Eine solche "Mobilmachung" - oh, was für ein (Un)Wort - entspräche den Interessen vieler in der Gesellschaft!
Noch ein Gedanke: Bitte nicht über mangelnde Ausbildungsreife und vergleichbaren Quatsch räsonieren. Machen wir alle (oder fast alle) ausbildungs-"fit". Begreifen wir das als einen Bildungsprozess, der sich mit realen Anforderungen in der Praxis entwickelt! Gebt den jungen Menschen eine Chance dazu.

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13.11.2012, 11:50 Uhr

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