Mein offizieller Titel lautet Engineering-Projektleiter für den E-Teil. Ganz einfach gesprochen, bin ich für die gesamte Elektrik im Zug verantwortlich. Da geht es um Dinge wie die Traktion, das gesamte Steuerungssystem, die Sicherungssysteme und um Stromlaufpläne. Wir haben dafür die jeweiligen Fachabteilungen, die ihren jeweiligen Bereich bedienen. Die wiederum müssen alle untereinander koordiniert werden, damit am Ende ein großes Ganzes herauskommt, die Qualität sichergestellt ist und Termine eingehalten werden.
Im Vergleich zum aktuellen ICE3 ist der ICx an vielen Stellen völlig neu konzipiert. Schließlich hat sich in den Jahren die Technologie weiterentwickelt. So will der Fahrgast heute beispielsweise schnelle W-Lan-Verbindungen für seinen Rechner oder sein Handy. Oder ein modernes Fahrgastinformationssystem. Wenn sie da mit einer zehn Jahre alten Technologie ins Rennen gehen würden, wäre das vollkommen unakzeptabel.
Bewährte Technik, keine Innovation um der Innovation willen
Manche Leute sagen, je mehr Elektrik, desto mehr kann kaputtgehen. Das mag vielleicht für die Autobranche zutreffen. Denn da wird vieles, was früher von Hand bedient wurde, heute elektrisch bewegt – zum Beispiel die Sitzverstellung. Im Eisenbahnwesen gehen wir nicht so weit. Wir bauen nicht mehr Elektrik ein, sondern modernere. Wir bringen nicht Innovation um der Innovation willen, sondern setzten auf bewährte, erprobte Technik. Unser Kunde, also die Deutsche Bahn, will zuverlässige Züge.
Während meiner Universitätszeit habe ich im Bereich Medizintechnik promoviert. Damals hat sich über Kontakte die Möglichkeit eröffnet, im Bereich Eisenbahntechnik aktiv zu werden. Ich finde, das ist ein faszinierendes Geschäft. Die Produkte kennt jeder, Sie können jedem erzählen, was sie machen. In der Medizintechnik ist so was etwas schwieriger zu vermitteln, die versteht gerade noch der Arzt.
