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Freitag, 10. Februar 2012
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Kolumne Zusagen? Nur von Knoll

30.07.2010 ·  Mancher Anrufer will es einfach nicht verstehen: Zuständigkeiten müssen eingehalten werden. Entscheidend ist Herr Knoll, nicht Knöllchen ...

Von Georg M. Oswald
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Ob Sie das als Zusage verstehen dürfen? Nein, als Zusage nicht, ich habe Ihnen ja gesagt, dass ich grundsätzlich keine Zusagen ausspreche. Bei uns ist das so geregelt, dass für Zusagen allein Herr Knoll zuständig ist, und ich kann ihm Ihre Anfrage gerne vorlegen, was ich im Übrigen auch schon getan habe, und dann werden wir ja sehen.

Nein, er hat mir nichts mitgeteilt. Nein, es gibt keine Vorabauskunft über seine Entscheidung, schon gar nicht von mir, das fällt, wie gesagt, nicht in meinen Zuständigkeitsbereich. Es steht mir auch überhaupt nicht zu, Mutmaßungen darüber anzustellen, ob und gegebenenfalls wann Herr Knoll eine Zusage aussprechen wird, und etwas anderes habe ich auch nie gesagt, das müssen Sie zugeben.

Falls ich gesagt haben sollte, ich wüsste nicht, wann die Zusage von Herrn Knoll komme, was ich übrigens bestreite, wollte ich damit natürlich in keiner Weise einer Ent-scheidung von Herrn Knoll vorgreifen, und Sie verstehen das bitte und wollen nicht versuchen, mir das Wort im Mund zu verdrehen! Zusagen erteilt bei uns ausschließlich Herr Knoll, wie ich Ihnen schon gesagt habe, und natürlich bemühen wir uns kundenorientiert um eine zügige Bearbeitung.

Nein, mit Herrn Knoll verbinden kann ich Sie nicht, Herr Knoll ist beschäftigt, es kann sogar sein, dass er sich gerade in diesem Moment mit Ihrer Anfrage beschäftigt, und wenn ich oder Sie ihn jetzt unterbrechen, ist es sehr wahrscheinlich, dass es mit Ihrer Zusage sehr viel länger dauern wird. Falls es denn eine geben wird, wie gesagt, ich kann und will einer Entscheidung von Herrn Knoll in keiner Weise vorgreifen.

Also bitte, ja das ist wohl nicht mehr sachlich, was Sie da jetzt sagen. Ich muss doch sehr bitten. Mein Name tut überhaupt nichts zur Sache. Herr Knoll ist für die Erteilung der Zusage zuständig. Wie? Nein, ich heiße nicht Knöllchen! Das ist eine Beleidigung! Es wird Ihrer Sache ganz bestimmt nicht förderlich sein, wenn Sie mit mir so reden.

Ob ich also doch Einfluss auf die Entscheidung von Herrn Knoll habe? Das Gegenteil habe ich nie behauptet! Selbstverständlich kann ich ein gutes Wort einlegen, aber doch nicht für jemanden, der mich beleidigt! Sie können von Glück sagen, falls ich Herrn Knoll nicht von diesem Vorfall informiere!

Nein, zusagen kann ich Ihnen das nicht. Ich sagte Ihnen doch bereits klipp und klar: Für Zusagen ist einzig und allein Herr Knoll zuständig, und der wird sich möglicherweise zu gegebener Zeit bei Ihnen melden. Aber bitte: Verstehen Sie das keineswegs als Zusage!

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Quelle: F.A.Z.
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