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Wettbewerb „Worldskills“ Weltmeisterschaft der Berufe

 ·  Gesucht sind die besten Maurer, Kosmetiker oder Automechaniker: Mehr als tausend junge Leute aus etwa 60 Ländern wetteifern in Leipzig bei der Weltmeisterschaft der Berufe bis Sonntag um Titel und Auszeichnungen.

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© dpa Vergrößern Verkabeln fürs deutsche Team: Teilnehmer aus der Disziplin Mobile Robotik

Auf dem Leipziger Messegelände wuselt es. Aber es ist anders als an üblichen Messetagen. Schon die große Zahl junger Leute fällt auf. Das sind nicht die „normalen“ Messebesucher mit Kaufordern im Köfferchen. In den Messehallen stehen nicht die Messestände wie sonst. Stattdessen sind dort komplette Werkstätten eingerichtet. Es quietscht und kracht, es wird gehämmert, Funken sprühen oder es sieht aus wie in einem Blumenladen. Seid Mittwoch finden in Leipzig, die „Worldskills“ statt, die Weltmeisterschaft der Berufe. Mehr als tausend junge Leute aus etwa 60 Ländern wetteifern bis Sonntag um Titel und Auszeichnungen in 46 Berufen.

Es ist die 42. Weltmeisterschaft, nach der ersten im Jahr 1947. Die Idee kam aus Spanien und fand bald immer mehr Anhänger. Handwerker sollten sich untereinander messen. Seit 1973, als der Wettbewerb vor vierzig Jahren zuletzt in Deutschland stattfand, wird er im zweijährigen Rhythmus ausgetragen, zuletzt 2011 in London. Die Teilnehmer, haben sich durch nationale Ausscheidungen bis nach Leipzig gekämpft und sind somit schon Ausgezeichnete. Jetzt geht es für sie um die Krone.

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© dpa Vergrößern Schön kreativ: Hier geht es um die besten Frisuren

Dafür legte der 22 Jahre alte Fliesenlegermeister aus Ostfriesland ein Fliesenmuster, das das Brandenburger Tor zeigt und eine Deutschlandkarte. Der junge Mann hat gute Aussichten auf den Titel in seinem Fach. Er wäre eine gute Werbung für seinen Betrieb. Andere ziehen saubere Schweißnähte und setzen Behälter zusammen, deren Haltbarkeit unter Druck geprüft wird. Floristinnen stecken Blumen zu Hochzeitsträußen oder Raum-Dekorationen zusammen. Alles geschieht unter der strengen Aufsicht von Supervisoren und Meistern aus den beteiligten Ländern.

In Deutschland sucht diese Weltmeisterschaft noch nach Anerkennung über die Fachkreise hinaus. Das ist in Asien schon ganz anders, dort kommt eine Auszeichnung bei den Worldskills einer Olympiamedaille nahe. Auch in der Schweiz findet der Wettkampf hohe Beachtung. Hierzulande schaut vor allem die Fachwelt nach Leipzig. Firmen, die Mitarbeiter bis in die Endausscheidung entsandt haben, werten den persönlichen Erfolg ihrer Leute auch als Auszeichnung für das Unternehmen, das eben Spitzenleistung liefere. Firmenvertreter, man erkennt sie meist am Alter und ihrer Kleidung, schauen sich die Wettkämpfer genau an, und locken oft mit einem neuen Anstellungsvertrag.

Von der Vielfalt der Berufe überrascht

Wo auch immer in den Leipziger Messehallen gearbeitet wird, bilden sich Trauben junger Leute darum. Insgesamt werden 200.000 Besucher erwartet, was sich abends auch im Leipziger Stadtbild bemerkbar macht. Es sind Freunde von Teilnehmern, die ihn anfeuern und Mut machen, oder auch einfach interessierte junge Menschen. In dem nahezu Gleichaltrigen erkennen sie ein Vorbild. Auch das will der Wettbewerb zeigen: „Es lohnt sich, sich in seinem Beruf anzustrengen“. Viele der jungen Besucher, Schüler oder Berufsschüler, sind auch von der Vielfalt der Berufe überrascht. Von manchen Berufen hatten sie noch nichts gehört, von „Mobilrobotik“ zum Beispiel, wo Programme für Roboter geschrieben werden, die die Produktion automatisieren. Und wer vom Schauen genug hat, kann sich an vielen Stellen selbst betätigen und ausprobieren. Vor allem Chemieunternehmen laden zu Experimenten mit Chemikalien ein.

Die Stimmung auf der Leipziger Messe ist locker und ausgelassen. Trotzdem hat auch dort die Euro-Krise und die Jugendarbeitslosigkeit Niederschlag gefunden. Die spanische Mannschaft hat kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt. Dabei will die Messe auch zeigen, wie man damit umgehen könnte. Das deutsche duale Ausbildungssystem stellt sich vor und bietet eine Menge Möglichkeiten. Im Ausland wird es vielfach bewundert.

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