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Aktualisiert: 29.10.2014, 05:00 Uhr

Starke Worte fürs Berufsleben Weisheiten, die wirklich weiterbringen

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“: Schon früh kriegen wir Leitsätze wie diese mit auf den Weg. Doch sind das nur Opas Kalenderweisheiten, oder ist an ihnen auch was dran? Sechs Leitworte, die im Arbeitsalltag wirklich weiterhelfen.

© Foto: iStock, Illustration F.A.Z. Einer unserer Leitsprüche spricht Ihnen aus der Seele? Welcher Platz wäre dann besser geeignet, als ein Post-it an Ihrem Arbeitsplatz, um ihn sich zu notieren.

Es gibt Zitate, die geistern durch das ganze Leben. Irgendwann hat irgendwer sie ausgesprochen. Und dann tauchen sie wieder auf. Als Buchtitel mit schlichter These, die ein ebenso ambitionierter wie überforderter Autor auf 186 Seiten ausgewalzt hat. Verschone uns mit deinen Allerweltsweisheiten, möchte man ihm zurufen und: Geht das auch eine Nummer kleiner? Auszubildende können da mitreden. Denn einen Lernwilligen mit einer Floskel abzuspeisen, das spart Zeit und Nerven - jedenfalls die der Ausbilder. Da wird lieber ein abgedroschener Spruch ventiliert, statt eine Erklärung oder gar Argumente zu bemühen. An nervigen Sprichwörtern, die sich der Nachwuchs viel zu oft anhören muss, herrscht kein Mangel.

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Hier eine Auswahl: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Das haben wir immer schon so gemacht. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ohne Fleiß, kein Preis. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Guter Anfang ist halbe Arbeit. Und natürlich der ungekrönte Lieblingssatz aller Ausbilder und Vorgesetzten, die keine Scheu davor haben, sich den Stempel des Ewiggestrigen aufzudrücken: Früher war das alles anders. Will heißen: besser!

Ein bemerkenswerter Satz ohne Scheu zum sauren Kitsch stand im Poesiealbum, das längst durch den Fragekatalog sogenannter Freundschaftsbücher abgelöst ist. Dort stand in ungelenker Krakelschrift: Schenk’ Blumen im Leben, denn auf Gräbern blühen sie vergebens. Ein seltsamer Satz für eine Siebenjährige. Jahrzehnte später hat ihn der krebskranke Freund für sich entdeckt und nennt das mit Horaz „Carpe diem“, „genieße den Tag“.

Das Spannende ist, mit zunehmendem Alter und wachsender Berufserfahrung werden viele milder und erkennen, dass an Omas Lieblingssatz, Vaters liebstem Zitat oder dem Lebensmotto des Professors doch etwas dran ist - manche dieser Gedanken haben wir zum Leitsatz fürs Berufsleben erhoben. Diese starken Worte sind so aufbauend wie das Hühnersüppchen bei Grippealarm und das tröstliche Telefonat mit dem Schulfreund, wenn Übernahmegerüchte über die Büroflure wabern. Ursula Kals hat die Schlüsselsätze ihrer Kollegen gesammelt und hat auch selbst einen parat. Aber lesen Sie selbst:

Was nichts kostet, ist auch nichts wert

Die Ökonomisierung des Alltags ruft in uns manche reflexartige Abwehrreaktion hervor. Muss denn zum Beispiel alles, was uns lieb und teuer ist, auch immer gleich einen Preis bekommen? Gibt es nicht auch emotionale Werte, die sich einfach nicht in Euro und Cent bemessen lassen? Und ist denn im Gegenzug alles, was nichts kostet, auch nichts wert? Bildung für alle und zum Nulltarif ist so ein Thema. Ist die Studiengebühr denn zutiefst ungerecht, weil sie vermeintlich den finanziell Benachteiligten den Zugang zur Universität und damit zu einem vermeintlich besseren Leben erschwert?

Oder hebt nicht gerade der Eigenbeitrag die Wertschätzung der Studenten für den Platz an der Hochschule und spornt an, aus dieser Investition das Beste zu machen, anstatt bei der erstbesten Gelegenheit das Fach zu wechseln nach dem Motto: „Kostet mich ja nichts.“ Mit zunehmender Berufserfahrung wächst die Erkenntnis, dass in vielen Fällen der Umgang mit kostenlosen Gemeinschaftsgütern doch arg zu wünschen übrig lässt. Werden sie dagegen - und sei es nur symbolisch - bepreist, ändert sich das Verhalten oft kolossal. Merke: Für nichts bekommst du in der Regel eben auch nichts. In einigen Fällen auch mal rein gar nichts.

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