06.02.2009 · Die betriebliche Weiterbildung steht bei Unternehmen hoch im Kurs. Das gilt für die nähere Vergangenheit und - man mag es kaum glauben - sogar auch für das laufende Jahr, folgt man den Ergebnissen zweier Umfragen.
Die betriebliche Weiterbildung steht bei Unternehmen hoch im Kurs. 84 Prozent investierten 2007 in die Schulung ihrer Mitarbeiter, ergab eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter mehr als 1700 Firmen. Die Weiterqualifizierung ließen sie sich demnach rund 27 Milliarden Euro kosten. Im Schnitt mache dies 1053 Euro für jeden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Rein rechnerisch habe jeder Mitarbeiter 1,3 Mal an einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen. Besonders groß ist das Engagement den Angaben nach bei den Betrieben mit 250 und mehr Mitarbeitern. Hier hätten sogar 96 Prozent Geld für Bildungsmaßnahmen in die Hand genommen. Dazu zählen Informationsveranstaltungen wie Messen und Tagungen, aber auch das Lernen am Arbeitsplatz sowie das Selbststudium.
Auch für das laufende Jahr 2009 planen Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen keine gravierenden Kürzungen ihrer
Weiterbildungsetats: In 56 Prozent der Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeitern bleibt das Budget für innerbetriebliche Qualifizierungsmaßnahmen unverändert zum Vorjahr, zwölf Prozent planen sogar eine Erhöhung ihres Weiterbildungsetats. Dies ist das Ergebnis der repräsentativen Forsa-Studie unter Arbeitgebern im Auftrag des ILS (Institut für Lernsysteme) und der Europäischen
Fernhochschule Hamburg (Euro-FH). Demnach geben lediglich 10 Prozent der Befragten an, für 2009 Kürzungen im Weiterbildungsetat vorzunehmen.
Die repräsentative Umfrage unter Arbeitgebern zu verschiedenen Aspekten der berufsbegleitenden Weiterbildung hat Forsa im vierten Jahr für seine Auftraggeber erstellt. Befragt werden jährlich 300 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern. Schwerpunkte der Studie sind in diesem Jahr unter anderem die Bedeutung der Eigeninitiative von Mitarbeitern in punkto Weiterbildung, die Akzeptanz von Fernlehrgängen als Mitarbeiterqualifikation sowie die Bewertungskriterien für Hochschulabschlüsse.