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Trainees Mit einem Mentor an der Seite

10.07.2011 ·  In 18 Monaten lernt ein Trainee sein Unternehmen aus vielen Perspektiven kennen. Alle paar Monate nimmt er eine neue Position ein.

Von Philipp Krohn
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Auf die Allianz fixiert war Matthias Kaiser nicht. Zwar hatte der Informatiker den größten deutschen Versicherer schon im Praktikum und als Werkstudent kennen und schätzen gelernt. Doch Priorität hatte für ihn, dass er dort eine Traineestelle fand. Als Trainee in der Informationstechnik (IT) der Allianz hat er nun die Gelegenheit, sich zunächst auf verschiedenen Positionen zu bewähren, bevor nach dem 18-monatigen Programm feststeht, wo er bleiben soll.

„Ist man schon auf einer festen Stelle, fällt es schwerer zu wechseln, falls es einem nicht gefällt“, sagt Kaiser. Dass er mehrere Stationen durchläuft, verschafft ihm in die Arbeit der rund tausend IT-Mitarbeiter aus vielen Perspektiven einen Einblick. Im drei- bis sechsmonatigen Rhythmus wechselt er die Positionen; er hat schon als Assistent eines Abteilungsleiters gearbeitet und eigene kleine Projekte in dem Versicherungskonzern geleitet. Auch hat er sich schon in größeren Projekten in Teams eingegliedert. Erst wenn er im Oktober seinen Zyklus komplett durchlaufen hat, wird sich zeigen, ob er eher als Fachkraft weitergebildet wird oder den Weg als Führungskraft einschlägt. „Mir lagen im Traineeprogramm vor allem die projektgebundenen Aufgaben. Deshalb würde ich mich freuen, wenn es danach in dieser Richtung weiterginge“, sagt Kaiser. Wäre er sofort auf eine feste Stelle gesetzt worden, hätte er dieses Talent vielleicht übersehen.

Künftig virtuelle Rechner

Das Trainee-Programm für IT-Spezialisten hat der Münchener Konzern im Jahr 2010 aufgelegt. Wie jeder Teilnehmer des Programms erhielt Kaiser eine Festanstellung. Kaiser bringt viele Kenntnisse mit, die dem Versicherer nützen können. Nach vier Semestern Bachelor-Studium der Informatik an der TU München wechselte er in den Studiengang „Finance & Information Management“, den die TU München gemeinsam mit der Universität Augsburg anbietet. Dass er bei einem Versicherer gelandet ist, denen häufig nachgesagt wird, graue Mäuse zu sein, hat Kaiser nicht von seinem Schritt abgehalten. „Als IT-Mitarbeiter sind wir eine Art IT-Unternehmen im Konzern. Zudem gefällt mir der Versicherungsgedanke, der Werte wie Sicherheit und Verlässlichkeit beinhaltet“, sagt er. Und was er in seinen 18 Monaten im Konzern gemacht hat, hinterlässt durchaus sichtbare Spuren: Zum Beispiel hat er ein halbes Jahr lang ein Projekt unter dem Titel „Client-Virtualisierung“ geleitet: Mitarbeiter in der Vertrags- und Schadenbearbeitung sollen künftig nicht mehr an einem herkömmlichen PC arbeiten. Stattdessen erhalten sie an ihrem Arbeitsplatz Zugriff auf einen virtuellen Rechner, der auf einer zentralen Serverinfrastruktur läuft. Der Anwender profitiert von einer leistungsfähigeren Infrastruktur und der Beschleunigung seiner Arbeitsschritte. Zehntausend Computer sollen im Herbst umgestellt werden.

Die Allianz hat sich mit ihren Trainee-Programmen auf den wachsenden Wettbewerb um Fachkräfte vorbereitet. Auch für Vertriebsmitarbeiter gibt es ein entsprechendes Angebot. Seit einigen Jahren schon werden zudem talentierte Hochschulabsolventen durch ein Vorstandsassistenten-Programm geschleust. Zusätzlich zu diesen Programmen führt das Unternehmen im Herbst ein Traineeprogramm im Versicherungsmanagement ein. Im vergangenen Jahr stellte die Allianz 50 Trainees ein, in diesem Jahr sollen es noch mehr werden. Für alle Programme gilt: Die Absolventen werden durch einen persönlichen Mentor betreut, der in regelmäßigen Gesprächen mit ihnen über ihre Fortschritte und weiteren Entwicklungsmöglichkeiten spricht. „Man kann zu ihm gehen, wenn Probleme anfallen oder man Rat braucht, und weiß durch die regelmäßigen Treffen, wo man steht“, sagt Kaiser.

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Jahrgang 1977, Redakteur in der Wirtschaft.

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