21.03.2007 · „Pastor und Polizei, das klingt nach komplett anderen Welten, aber es gibt eine Schnittmenge“, ist Thomas Weigt überzeugt.
Eine seiner „beruflich bisher schönsten Zeiten“ war das Jahr im Basispolizeidienst mit seinen Streifenfahrten. Heute fährt Thomas Weigt nicht mehr Streife. Der vierzigjährige Familienvater ist Kriminaloberkommissar und sitzt in einem Büro im futuristischen Neubau der Kreispolizeibehörde Mettmann. Studiert hat er Theologie und drei Jahre lang als Pastor einer evangelischen Freikirche gearbeitet.
Von Hannover über Darmstadt in den Nordirak
„Pastor und Polizei, das klingt nach komplett anderen Welten, aber es gibt eine Schnittmenge.“ Aufgewachsen in Hannover als Sohn eines Pastors, ist für ihn das Gemeindeleben vertraut. Nach seinem Studium in Darmstadt hilft er in einem kurdischen Flüchtlingslager im Nordirak. Wieder zurück, beginnt er das Vikariat und wird im Bezirk Mettmann Pastor. Drei Jahre lang hält Weigt Gottesdienste, Trauungen, Beerdigungen, stürzt sich begeistert in die Jugendarbeit. Ihm kommen erste Zweifel: Vieles ist ihm zu konservativ, eine gesicherte Existenz kann die Kirche ihm nicht bieten.
„Ich bin indirekt auf Verbrecherjagd“
Mit 28 Jahren kündigt er. Er bleibt Laienpastor und wird Katastrophenhelfer in Ruanda, dort lernt er die Rolle des Militärs schätzen, „das ein Mindestmaß an Sicherheit garantiert“. In Deutschland bewirbt sich der überzeugte Pazifist an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Wuppertal. Er wird Kommissar, ist Beamter und arbeitet heute als interner Berater fürs Management. „Ich bin indirekt auf Verbrecherjagd.“