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Telearbeit Abtauchen in den eigenen vier Wänden

 ·  Viele Arbeitnehmer wünschen sich ein Home-Office, nur wenige bekommen eines. Für das berufliche Fortkommen ist das mitunter besser so. Eine Fünf-Tage-Woche zu Hause funktioniert nicht.

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Der Alltag in deutschen Büros kann ganz schön trist sein. Neben dem Schreibtisch verliert der Ficus im Licht der Neonröhren seine Blätter, auf dem Teppich haben schon etliche Vorgänger ihre Kaffeeflecken hinterlassen, und der Luftzug der Klimaanlage löst regelmäßig Grippewellen aus. Nicht zu vergessen der tägliche Nervenkrieg auf der Autobahn oder der Ellenbogenkampf in der S-Bahn, den der Weg zur Arbeit so mit sich bringt. Kein Wunder, dass in Umfragen rund 80 Prozent der Deutschen angeben, dass sie gerne zu Hause arbeiten wollen.

Doch die Realität sieht anders aus. Auch wenn Zukunftsforscher schon seit geraumer Zeit den Siegeszug von Home-Offices ankündigen - in der Praxis ist davon bislang wenig zu spüren. Der Anteil der Arbeitnehmer, die in den heimischen vier Wänden arbeiten, ist in den vergangenen Jahren nur geringfügig gestiegen. So waren nach einer Analyse des Statistischen Bundesamts vor zehn Jahren 8 Prozent der abhängig Beschäftigten in Deutschland manchmal oder hauptsächlich zu Hause im Einsatz. Bis Ende 2005 - aktuellere Zahlen gibt es noch nicht - stieg der Anteil der Heimarbeiter gerade mal auf 8,7 Prozent. Ein Boom sieht anders aus.

"Die Verbreitung von Home-Offices wächst nicht in dem erwarteten Ausmaß", beobachtet auch Josephine Hofmann, die sich beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) mit dem Thema befasst. Sie führt die Zurückhaltung unter anderem darauf zurück, dass Arbeitgeber die mit einem Home-Office verbundenen Detailfragen, etwa zu Arbeitsschutz, Datensicherheit und Mietzuschüssen, scheuten.

Chefs von Verlustängsten geplagt

Nicht zu vergessen die Verlustängste, die viele Chefs plagen. Diese fürchten den Domino-Effekt: Genehmigen sie den Antrag eines Mitarbeiters, könnte der Rest der Mannschaft nachziehen wollen und notfalls den Betriebsrat einschalten. Eine Etage ohne Mitarbeiter - der Albtraum jeder Führungskraft. Viele Vorgesetzte hätten Angst, ihre Leute nicht mehr unter Kontrolle zu haben, sagt Hofmann. In jedem Fall steige der Aufwand: "Führungskräfte müssen mehr organisieren und planen, wenn ihre Mitarbeiter zum Teil von zu Hause aus arbeiten."

Die Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die sogenannte Telearbeit anbieten, kommen oft aus dem technischen Bereich. Schließlich ist die Bereitstellung der geeigneten Infrastrukur für sie keine Hürde. IBM gilt hierzulande als Vorreiter. Schon 1991 gab es dort die ersten Heimbüros, mittlerweile arbeiten zwei Drittel der 21.000 Mitarbeiter in Deutschland zumindest gelegentlich am heimischen Schreibtisch, und zwar quer durch alle Hierarchieebenen. Die meisten davon stammen aus dem Vertrieb und der Dienstleistungssparte. Einen festen Schreibtisch im Unternehmen haben sie nicht mehr, vier bis sechs Mitarbeiter teilen sich in der Regel einen Platz. Was anfangs für Murren sorgte, werde inzwischen gelobt, sagt IBM-Personalfachmann Heinz Liebmann. Die Kommunikation habe sich verbessert. Dass die Zahl der Heimwerker weiter zunimmt, erwartet er aber nicht. "In der Verwaltung macht das wenig Sinn. Da müssten die Mitarbeiter zu viele vertrauliche Papiere zwischen Wohnung und Büro hin und her tragen."

Auch beim Computerkonzern Sun Microsystems sind es vor allem die Mitarbeiter im Außendienst, deren Arbeitsplatz dort ist, wo sie gerade sind - mal beim Kunden, mal im Büro, mal in der Wohnung. "Unsere Vertriebsleute sind ohnehin 80 Prozent ihrer Arbeitszeit unterwegs, da sollten sie vor einem Kundentermin nicht extra noch mal ins Büro fahren müssen", sagt Marketingdirektor Donatus Schmid. Das Unternehmen sorgte im vergangenen Sommer für Schlagzeilen, als es ein Restrukturierungsprogramm mit integrierter Home-Office-Komponente ankündigte. "Sun verordnet seinem Personal Heimarbeit", "Sun schickt zwei Drittel des Personals nach Hause", hieß es damals.

Sun Microsystems hat nachgerechnet

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