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Strategie „Personalarbeit zur Marke machen“

12.10.2007 ·  Vier Personalmanager-Netzwerke wollen sich in Debatten über die Arbeitswelt mehr Gehör verschaffen. In München haben sie die „Initiative für fortschrittliche Personalarbeit“ gegründet.

Von Thomas Reinhold
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Personalmanager aus vier ganz unterschiedlichen Netzwerken wollen sich in wirtschaftspolitischen Debatten über die Arbeitswelt mehr Gehör verschaffen. In München haben sie dazu die „Initiative für fortschrittliche Personalarbeit“ gegründet. Sie versteht sich zwar nicht ausdrücklich als Konkurrenz zur Deutschen Gesellschaft für Personalführung, spart aber auch nicht mit Kritik an ihr. Die DGFP versäume es, sich zu aktuellen Arbeitsmarktthemen zu Wort zu melden - gerade solchen, die das ureigene Betätigungsfeld der Personalprofis beträfen. Die Diskussion um einen Mindestlohn oder Einwanderungspolitik gehörten dazu.

Die Initiative „Wege zur Selbst GmbH“, ein Personaler-Netzwerk, das sich als Allianz für fortschrittliche Personalarbeit versteht, verstärkt ihre Zusammenarbeit mit dem „Goinger Kreis“, Think Tank für Personalvorstände und Personalbereichsverantwortliche, und dem Münchener Bildungsforum, einem Netzwerk für Weiterbildung und Personalentwicklung (lesen Sie dazu auch das Interview: David der Personaler-Szene bündelt seine Kräfte). Als vierte Gruppe schlüpfte zuletzt der Arbeitskreis Personalmarketing unter das virtuelle Dach. Der „dapm“ vertritt nach eigenen Angaben die 40 größten deutschen Unternehmen, Alle Beteiligten betonen, dass sie ihre Eigenständigkeit nicht verlieren wollen. Gemeinsam wollen sie „strategische Personalarbeit künftig im Verbund voranbringen“. Erste Aussenwirkung gibt es schon: Ein Drittel der 350 Kongress-Teilnehmer am Donnerstag und Freitag gehörte keiner der vier Organisationen an.

„Dauerdruck erzeugen“

„Wir werden oft als Fachleute nicht wahrgenommen“, sagt Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Selbst-GmbH, „aber wir sind es, die verantwortlich sind für das System Arbeit.“ Die Verbände BDI, BDA oder die Gewerkschaften könnten nur Sprachrohre sein, bestimmten aber die öffentlichen Debatten. Das solle nun anders werden. „Wir wollen Dauerdruck erzeugen“, unterstreicht Karl-Heinz Stroh, Personalvorstand der DB Netz AG und Vorsitzender des Goinger Kreises.

Sattelberger fürchtet keine Rollenkonflikte: „Mich hindert ja niemand, mich als Staatsbürger zu äußern. Ich kann für die 42-Stunden-Woche eintreten, trotzdem habe ich gerade in meinem Unternehmen die Rückkehr zur 38-Stunden-Woche vereinbart. Die Profession der Personalmanager solle mit der Initiative Stimme und Gesicht bekommen - Sattelberger und Stroh sind in der ersten Reihe zu erwarten. In der Debatte über die Rolle der Personalmanager in ihren Unternehmen sagte Stroh, jede Personalstrategie setze Köpfe voraus, die bereit seien, für ihre Standpunkte und Erkenntnisse mit ihrem Namen einzustehen. Das gilt nun auch für die neue Initiative: „Namen sind Programm.“

„Wir müssen Personalarbeit zur Marke machen“ fordert Sattelberger, „damit unsere Kunden etwas assoziieren mit uns und wir nicht erst rational begründen müssen, warum sie unsere Leistungen kaufen sollen.“

In München debattierten die Personalprofis ihre Aufgaben und ihr Selbstverständnis in Workshops, aber auch mit Fachleuten von außen. Zu den Gastrednern gehörte der Finanzvorstand der Allianz, Achleitner, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Walter, und Thomas Middelhoff, CEO von Arcandor, der früheren Karstadt-Quelle-Gruppe.

Heinz Oesterle vom Münchener Bildungsforum sagte, das gemeinsame Dach sei nun in der Welt, die Organisationen wollten sich nun gegenseitig den Zugang zu ihren Veranstaltungen öffnen. Noch sei aber nicht klar, wie der öffentliche Auftritt künftig erfolgen solle. Immerhin: Eine gemeinsame Internet-Repräsentanz ist mit www.zukunftsforum-personal.org schon entstanden.

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