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Rente Deutsche wollen mit 59 nicht mehr arbeiten

07.02.2007 ·  Wirklich „alt“ fühlen sich die Deutschen erst mit 71 Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum Lebensabschnitt Ruhestand. Aber erst mit 67 Jahren in Rente zu treten, kommt für sie dennoch nicht in Frage.

Von Rainer Schulze
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Mit 59 Jahren möchte die Mehrheit der Deutschen in den Ruhestand treten. Dieser Zeitpunkt wird von den meisten Befragten, die an der Studie „Axa Ruhestand Barometer“ teilnahmen, als „ideales Rentenalter“ genannt. In 16 Ländern untersuchte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Erwartungen, Wünsche und Einstellungen von Erwerbstätigen und Ruheständlern im Hinblick auf den Lebensabschnitt „Ruhestand“. Insbesondere der „Rente mit 67“ erteilten die Befragten eine Absage.

Beim Thema „Renteneintrittsalter“ zeigen sich die Deutschen immer noch relativ optimistisch. So erwarten die deutschen Erwerbstätigen, mit 63 Jahren in den Ruhestand zu gehen; mit 64 jedoch soll spätestens Schluss sein mit dem Arbeitsleben. Die „Rente mit 67“ lehnt die Mehrheit der Deutschen nach wie vor ab: 73 Prozent der befragten Erwerbstätigen sprechen sich gegen das Anheben der Altersgrenze aus - damit liegen die Deutschen im internationalen Vergleich an der Spitze. Das „Alt sein“ beginnt für die deutschen Erwerbstätigen erst mit 71 Jahren. Den Zeitraum zwischen dem akzeptierten Arbeitszeitende mit 64 und dem Beginn des „Sich-Altfühlens“ - eine Lebensperiode von fast zehn Jahren - wollen Erwerbstätige und Ruheständler aktiv nutzen.

Sportlich und aktiv im Ruhestand

Auch der „emotionale“ Blick in Richtung Ruhestand ist mehrheitlich positiv. Die Deutschen freuen sich auf diese Lebensphase, die sie vor allem mit Reisen und Sport gestalten wollen. Für die Ruheständler selbst steht der Sport im Fokus. Hier belegen sie auch international einen Spitzenplatz. In Deutschland ist schon seit Jahren ein Mentalitätswechsel erkennbar. Die Rente sichert nicht mehr wie früher die Jahre zwischen dem Ende der Arbeitsfähigkeit und dem Tod, sondern das Erleben steht im Vordergrund - man möchte den Lebensabend aktiv nutzen und genießen. So lehnen zum Beispiel 65 Prozent der befragten Erwerbstätigen und 90 Prozent der Ruheständler eine bezahlte Tätigkeit im Ruhestand ab.

Die Studie zeigt ebenfalls eine kritische Einstellung der Deutschen gegenüber den vorhandenen staatlichen Sicherungsinstrumenten: 99 Prozent aller befragten Erwerbstätigen sehen das deutsche Sozialversicherungssystem in der Krise. Auch im internationalen Vergleich hegen die Deutschen diesbezüglich neben den Japanern die größten Bedenken.

Mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen zweifeln gar an der Überlebensfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung - je jünger die Befragten sind, desto weniger glauben sie daran, daß das Rentensystem noch Bestand haben wird, wenn sie selbst 75 Jahre alt sind.

Angst vor sinkendem Lebensstandard

85 Prozent der Erwerbstätigen rechnen für ihren Ruhestand mit einem niedrigeren Einkommen. Rund die Hälfte befürchtet im Ruhestand sogar einen sinkenden Lebensstandard. 54 Prozent - zehn Prozentpunkte mehr als 2005 - der deutschen Erwerbstätigen sagen aus, gut über ihr zukünftiges Renteneinkommen informiert zu sein. Allerdings gibt gleichzeitig ein Drittel der Befragten an, noch keinerlei finanzielle Vorkehrungen getroffen zu haben und dies im Durchschnitt erst mit 48 Jahren tun zu wollen.

Diejenigen, die vorsorgen, tun dies im statistischen Mittel (Median) mit monatlich rund 150 Euro. Das bedeutet bei exakter Betrachtung allerdings, daß 50 Prozent der befragten Erwerbstätigen sogar weniger als diesen Betrag für den Ruhestand ansparen. Fast jeder zweite Deutsche geht davon aus, daß in den kommenden zehn Jahren noch eine weitere größere Rentenreform ansteht. Ein einheitliches Rentenversicherungssystem für alle EU-Staaten lehnen darüber hinaus insbesondere deutsche und niederländische Befragte deutlich ab.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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