Home
http://www.faz.net/-gyl-74pln
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Polizeidienst Tattoos sind kein generelles Bewerbungshindernis

Dürfen Polizisten an den Armen sichtbar tätowiert sein? Das Land Nordrhein-Westfalen findet: Nein - und hat einen Bewerber deshalb von vornherein abgewiesen. Der klagte vor Gericht. Mit Erfolg.

© dapd Karriere im Polizeidienst: In Nordrhein-Westfalen auch für Menschen mit Tätowierungen grundsätzlich möglich

Das Land Nordrhein-Westfalen darf einen Polizeibewerber wegen seiner Tätowierungen nicht generell ablehnen. Das sei ein Verstoß gegen das Grundrecht der freien Persönlichkeitsentfaltung, stellte das Aachener Verwaltungsgericht in einem Urteil fest (Az.: VG Aachen 1 K 1518/12).

Das Landesamt für die Polizeiausbildung hatte einen Bewerber wegen dessen großflächiger Tätowierungen an beiden Armen erst gar nicht zum Auswahlverfahren zugelassen. Die Tattoos zeigen einen Totenkopf, ein Frauengesicht mit vermutlich zugebundenem Mund und den Kampfhund des Mannes, wie in der Verhandlung deutlich wurde. Vor Gericht war der Mann in Hemd und Jackett erschienen, die von den Schultern bis zu den Unterarmen reichenden Tattoos waren bedeckt.

„Überzogener Individualismus“

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte in der großflächigen Tätowierung
einen „überzogenen Individualismus“ gesehen. Die beim Tragen der kurzärmeligen Sommeruniform sichtbaren Tattoos stellen nach einem Erlass des Innenministeriums einen Eignungsmangel dar. Der 31-Jährige wollte sich für den gehobenen Polizeivollzugsdienst ausbilden lassen.

Die Ablehnung des Kandidaten sei in der „generellen, abstrakten und absoluten Form“ nicht hinnehmbar, sagte der Vorsitzende Richter Georg Niebel. Jeder habe die Grundrechte zu beachten, vor allem aber die Staatsorgane. Vorschläge der Richter, der Mann könne doch während der Einsätze langärmelige Kleidung tragen, hielten die Vertreter des Landes für nicht praktikabel. Sie ließen offen, ob das Land einen Antrag auf Berufung stellt.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen Städtebund warnt vor Zuständen wie auf Kos

Der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen will am Mittwoch ein Notprogramm beschließen, um einen Asylnotstand abzuwenden.  Mehr Von Reiner Burger, Düsseldorf

18.08.2015, 19:17 Uhr | Politik
Rund 12.000 Euro Schaden Panzer überrollt Auto in Nordrhein-Westfalen

Ein britischer Panzer hat im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe einen Kleinwagen überrollt und zerquetscht. Mehr

02.06.2015, 15:13 Uhr | Gesellschaft
Kulturgutschutz WDR darf zwei Bilder nicht ausführen

Der WDR will etwa 50 Kunstwerke aus seinen Beständen bei Sotheby’s versteigern lassen. Doch zwei Bilder dürfen das Land vorerst nicht verlassen. Greift bei ihnen der Kulturgutschutz? Mehr

24.08.2015, 14:01 Uhr | Feuilleton
Auf See Nordkorea testet neue Unterwasser-Rakete

Nordkorea hat eine neue Unterwasser-Rakete getestet. Das gab das staatliche Fernsehen am Samstag bekannt. Das Land verstößt damit gegen eine Resolution der Vereinten Nationen. Mehr

09.05.2015, 12:58 Uhr | Politik
Chancen für Azubis Noch ohne Lehrstelle? Auf nach Bayern!

Ob Jugendliche jetzt noch eine Lehrstelle finden, hängt stark davon ab, wo sie suchen. Denn nur in bestimmten Regionen Deutschlands sind Ausbildungsplätze üppig vorhanden, anderswo sieht es mau aus. Mehr

21.08.2015, 14:25 Uhr | Beruf-Chance

Veröffentlicht: 01.12.2012, 09:00 Uhr

Stellensuche
Was
Wo