19.09.2010 · Personaler ziehen Lehren aus der Krise. Das besagt eine neue Studie. Doch sie zeigt auch: Die Mehrheit setzt die neuen Erkenntnisse nicht in die Tat um.
Zwischen Worten und Taten liegen oft Welten. Unternehmen haben zwar Lehren aus der Krise gezogen und wollen sich in der Personalpolitik den Herausforderungen der Zukunft stellen, tatsächlich handeln sie aber nur selten. Das sagt jedenfalls eine Langzeitstudie des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der 396 Unternehmen teilgenommen haben.
Deutsche Unternehmen sehen den demographischen Wandel und die damit verbundenen Probleme wie Alterung, Engpass von Führungskräften und fehlende Nachwuchskräfte, als relevante Themen der Zukunft. Zwei Drittel der Befragten finden nachhaltige Personalpolitik sei wichtige Voraussetzung für künftigen Erfolg.
Die Unternehmen beobachten außerdem zwei Trends: Einerseits stellen sie sich darauf ein, dass die Kunden in der heutigen Innovationsgesellschaft höhere Ansprüche haben und dass dafür am Arbeitsplatz ein höheres Wissen erforderlich ist. Andererseits beobachten sie einen Trend zur standardisierten Arbeitswelt, das heißt: Kontinuierliche Kostenreduktion und Rationalisierung und dadurch mehr Routinetätigkeiten für die Arbeitnehmer.
All diese Probleme haben der Untersuchung zufolge 60 Prozent der Unternehmen erkannt. Doch an der Umsetzung hapert es: Nur 40 Prozent geben an, den Herausforderungen aktiv zu begegnen.
So hat die öffentliche Debatte zwar die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen in den Fokus gerückt und fast die Hälfte der Unternehmen gibt an sich mit dieser Entwicklung auseinander zu setzen. In Wirklichkeit gibt es aber kaum handfeste Ergebnisse: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung stellt beispielsweise fest, dass die Zahl von Frauen in Führungspositionen seit Jahren stagniert. Obwohl die Hälfte aller Angestellten Frauen sind liegt ihr Anteil in Führungspositionen seit 2006 bei nur 27 Prozent.
Ein weiteres Ergebnis der Studie des IBE lautet, dass sich die Art der krisenbedingten Personalpolitik verändert hat: Die meisten Unternehmen setzen auf flexible Arbeitsmodelle und versuchen intern besser zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. An Bedeutung verliert mittlerweile das Sparen bei den Beschäftigten, zum Beispiel durch Kurzarbeit oder Lohnkürzungen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gab an, nicht oder nicht mehr von der Krise betroffen zu sein.
Einigen Erkenntnissen könnte man durchaus zustimmen, wenn Lösungen ...
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 19.09.2010, 15:06 Uhr
In der wahren Welt funktioniert das schon...
Gerhard Finsterbusch (bahlsen)
- 19.09.2010, 21:35 Uhr